Folge 2: Getötete Kinder (Teil 2)

Shownotes

Im Jahr 2004 verschwinden in Norddeutschland mehrere Kinder. Sie werden einige Zeit später tot aufgefunden. Zu den Opfern gehören auch die achtjährige Levke aus Cuxhaven und der achtjährige Felix aus Neu Ebersdorf. Ihr Mörder ist der gleiche Mann: der zur ersten Tat 30- später 31-jährige Marc H.

Ihm kann die Polizei zunächst nur den Mord an Levke nachweisen. Danach gesteht er - völlig unvermittelt - auch den Mord an Felix und führt die Ermittlerinnen und Ermittler zur Leiche des Jungen.

Die Polizei stellt sich bis heute mehre Fragen: Ist Doppelmörder Marc. H möglicherweise sogar ein Serientäter? Und ist er möglicherweise für mehr als nur zwei Kindermorde verantwortlich?

Im ersten Teil unserer Doppelfolge sprechen wir über die Morde an Levke und Felix. Im zweiten Teil gibt der damalige Ermittlungsleiter Karsten Bettels Einblicke in die Arbeit der Polizei und erklärt, warum er mit einem Team 260 ungeklärte Mord- und Vermisstenfälle auf eine mögliche Täterschaft von Marc H. überprüft hat.


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Transkript anzeigen

00:00:00: Hallo zusammen, wir sind Mike Mattes und Selina Stolze.

00:00:03: Und wir machen fast nahtlos weiter hier mit Teil zwei unserer Doppelfolge zum Start unseres neuen Podcasts Tatsache über Menschen und Morde.

00:00:11: Wunderschönen guten Tag auch von mir!

00:00:13: Schön dass ihr wieder dabei seid.

00:00:15: In Teil eins wenn Ihr den schon gehört habt haben wir über die Morde an der achtjährigen Lefke und dem achtjährig Felix aus Niedersachsen gesprochen Und Kriminalhauptkommissark Carsten Bettels, der damals ja die Ermittlung im Fall Lev geleitete ist sich sicher.

00:00:30: Da muss es noch mehr geben.

00:00:32: Erst davon überzeugt das Levke nicht sein erstes Opfer war.

00:00:36: nach der Aufklärung und der rechtskräftigen Verurteilung von Mark Haar isst Die Arbeit damit für die Polizei zumindest in Cuxhaven noch nicht erledigt.

00:00:44: Tatsächlich sind auch vorher schon In der Region Kinder verschwunden und über die wollen wir jetzt sprechen.

00:00:52: Kurz eine Einordnung vorab.

00:00:54: Wir bewegen uns da heute teilweise in einem Bereich von Ermittlungsständen, von Presseberichten und öffentlicher Diskussionen.

00:01:00: Das meiste davon ist nicht geklärt und schon gar nicht bewiesen!

00:01:04: Das ist ganz wichtig wenn wir darüber sprechen.

00:01:07: das sind alles Theorien- und Vermutungen der Polizei die aber eben auch so an die Öffentlichkeit gegangen sind.

00:01:14: Das ist also nichts was wir uns selbst ausgedacht haben oder so?

00:01:19: Mike, du hast dich ja sehr, sehr lange und auch intensiv mit diesem ganzen Komplex beschäftigt.

00:01:25: Und mit so ziemlich allen Beteiligten gesprochen.

00:01:28: Warum geht die Polizei?

00:01:29: Und allen voran Carsten Bettels davon aus dass da noch mehr sein könnte.

00:01:34: Ja, Carsten Bettels begründet das unter anderem mit einer Aussage, die Mark Haar damals in Untersuchungshaft gemacht hat.

00:01:41: Er hat den Mord an Felix gestanden und die Polizei dann eben letzten Endes zur Leiche des Jungen geführt.

00:01:47: Die hatte damals in der Geste, also im Fluss in Norddeutschland versenkt.

00:01:52: Das Fahrrad von Felix ist im Biggesäge gefunden worden.

00:01:56: Also auch hier liegen hunderte Kilometer zwischen Verspindeort, Fundort und Fundort des Fahrrads.

00:02:02: Wir sprechen ja so ganz klar von Täterwissen Und das sieht damals eben auch das Landgericht Stade so.

00:02:08: Mark Haar soll einem Mithäftling in Untersuchungshaft gesagt haben, dass er eben noch mehr als diese beiden Morde begangen hat.

00:02:16: Dabei geht's zum Beispiel um Seniorinnen und Kinder, um Anhalterin – und es fällt ein zweiter Name neben Felix.

00:02:24: Dieser Name ist Adelina!

00:02:27: Da gehen wir heute ein kleines bisschen genauer drauf ein.

00:02:30: Ganz einfach, weil das bis heute ein Verdachtsfall ist.

00:02:33: Carsten Bettels hat mir das so nochmal bestätigt und dabei hat er auch ganz klar gesagt im Fall Adelina offenbart Mark H., aber bis heute kein Täter wissen!

00:02:44: Okay also sprechen wir über Adeliner.

00:02:48: Am achtundzwanzigsten Juni zwei tausend eins verschwindet die zehnjährige Adeline Pismac in Bremer Stadtteil Kattenturm.

00:02:55: der liegt im Bremer Süden.

00:02:57: Ihr Opa wohnt da in einem Wohnblock.

00:02:59: Er, Adelina ihre kleine Schwester und Adelinas Mutter sind ein paar Jahre vorher aus Russland nach Deutschland gekommen.

00:03:05: die Eltern sind damals geschieden.

00:03:07: Ihr Vater lebt in Sibirien und es wird später auch genau überprüft ob er denn was mit dem Verschwinden zu tun haben könnte.

00:03:14: heute wissen wir dieser Verdacht ist unbegründet.

00:03:18: Adelinas am achtundzwanzigsten Juni zwei tausend eins also zur Besuch beim Opa.

00:03:23: Es ist der erste Ferientag in Bremen.

00:03:25: Sie soll noch ein bisschen was zu Essen mitnehmen und will dann nachmittags zurück zu ihrer Mutter gehen.

00:03:31: Da kommt Adelina aber nie an, und das obwohl zwischen den Wohnungen wohl nur knapp zweihundert Meter

00:03:36: liegen.".

00:03:37: Carsten Bettels hat mir damals gesagt, Adeliner hätte sich in etwa gegen siebzehn Uhr auf den Heimweg gemacht.

00:03:42: im Fahndungsaufruf von Polizei- und Staatsanwaltschaft Bremen ist von ca.

00:03:47: siebzen Uhr dreißig die Rede.

00:03:49: wir haben ja also eine Differenz von circa ne halben Stunde.

00:03:53: Adelina steigt in den Aufzug, fährt bis ins Erdgeschoss und verschwindet spurlos.

00:03:58: Als sie sich auf den Rückweg macht hat sie laut Polizei- und Staatsanwaltschaft Bremen eine weiße Ute-Tasche dabei.

00:04:04: Da ist ein halbes Graubrohr drin eingewickelt in eine Papiertüte.

00:04:08: Außerdem zwei eingeschweißte Stücke Geflügelwurst und zwei Tüten Chips – Pombaer um ganz genau zu sein!

00:04:14: Besonders auffällig ist ein Schlüsselbund, den Adeliner dabei hat.

00:04:18: Darin sind vier Schlüssel und ein Metall-Amulett aus Frankreich befestigt.

00:04:23: Auf der Vorderseite sind der Eifelturm und der Schriftzug Paris zu sehen.

00:04:28: Auf die Rückseite sieht man Napoleon in der Seitenansicht, also schon ziemlich auffälliges Stück.

00:04:35: Dieser Schlüsselbund mit dem Amulett fehlt bis heute.

00:04:38: Das gilt auch für einen ausziehbaren Regenschirm und den kurzen blauen Wollrock, den Adelina am XXVIII.

00:04:44: Juni anhatte.

00:04:45: Die Polizei startet also mit der Suche nach Adelina.

00:04:48: In ganz Bremen sind Hundertschaften im Einsatz, Tage und Wochen lang.

00:04:53: Gubschrauber, Wärmebildkameras, Polizeitaucher, Hundesstaffeln.

00:04:56: sogar die Bundeswehr ist im Einsatz.

00:04:59: Besonders im Stadtteil Katentum und in der Region Südlich von Bremen wird intensiv nach Adalina gesucht.

00:05:05: Die Polizei klingelt an vielen Haustüren, spricht mit Menschen und versucht irgendwie an Hinweise zu kommen Denn klar ist, ein zehnjähriges Mädchen ist verschwunden.

00:05:14: Hinweise gibt es aber kaum bis gar nicht!

00:05:17: Dass Adelina ausgerissen sein könnte, schließt die Polizei nur ein paar Tage später fast komplett aus.

00:05:23: Denn die zehnjährige gilt als zuverlässig und ist noch nie weggelaufen.

00:05:27: Außerdem ist Adelinas Mutter am Tag des Verschwindens krank – die Polizei glaubt allein deshalb schon nicht -, dass das Mädchen in so einer Situation ohne eine Nachricht zu hinterlassen einfach so abgehauen wäre.

00:05:39: Und das spricht dann doch relativ schnell für einen Verbrechen!

00:05:42: Deswegen setzt die Polizei in Bremen eine Sonderkommission ein und gibt eine Pressekonferenz.

00:05:48: Und dabei spricht Adelinas Mutter, den oder die Inführer sogar direkt an.

00:05:53: Ein paar Wochen später hängen in Brem-Kattenturm mehrere Großplakate.

00:05:58: Die Polizei versucht nochmal irgendwie an Hinweise zu kommen weil sie eben nichts in der Hand hat Nichts zum Verschwinden nicht zum Verbleib und dementsprechend bleiben auch die Maßnahmen ohne Ergebnis.

00:06:09: In Bremen.

00:06:09: Kappenturm geht natürlich jetzt die Angst um.

00:06:11: Das haben wir bei Felix ja schon im letzten Teil gehört, was seine Mutter da letzten Endes zugeschrieben hatte.

00:06:20: in ihrem Buch.

00:06:21: und ähnlich ist es eben auch hier in Bremen Eltern lassen ihre Kinder nicht mehr allein zur Schule gehen oder zum Brötchen holen.

00:06:29: außerdem wenn sie draußen spielen dann eben bitte nur unter Aufsicht oder in der Gruppe.

00:06:34: Das Verschwinden von Adelina ist natürlich Tage- und Wochenlangthema in Bremen, auch einfach weil der Täter immer noch frei rumläuft.

00:06:42: Und die Polizei wie gesagt gar nichts in der Hand hat!

00:06:46: Adelina ist tot.

00:07:05: Eine Pilzsammlerin findet ihre Leiche am siebten Oktober im sogenannten Pastorenwältchen in der Lesdamarsch.

00:07:12: Das ist ein Waldstück in eine Gemeinde Weyhe, unmittelbar südlich von Bremen aber eben noch auf niedersächssischem Gebiet und zwar im Landkreis Diepholz.

00:07:21: das vielleicht einfach mal so zur örtlichen Einordnung.

00:07:24: Ein paar Tage später liegt dann das Ergebnis der DNA-Untersuchung vor und das bestätigt nochmal dass Kind is.

00:07:32: die zehnjährige Adeliner Bei der Obduktion sind außerdem deutliche Hinweise auf einen Sexualverbrechen festgestellt worden.

00:07:39: Außerdem gehen die Ermittlerinnen und Ermittlern davon aus, dass der Fundort höchstwahrscheinlich nicht der Tatwort ist – das sind schon die ersten Parallelen zu den Fällen Levke und Felix.

00:07:50: Und es gibt noch mehr Verbindungen!

00:07:52: Ein Kind verschwindet spurlos, es gibt keine Hinweise auf einen Täter.

00:07:56: Es gibt keine Zeugen für die Abgreifssituation und wieder geht's nur um ein paar Minuten in denen das Opfer verschwunden ist.

00:08:04: heißt also bei Lefke war es ja letzten Endes nur ein Zeitfenster von fünf bis zehn Minuten.

00:08:10: am Ende Und auch bei Adelina ist es wahrscheinlich nicht deutlich mehr gewesen.

00:08:15: Sie hätte für den Heimweg wahrscheinlich eben auch nicht mehr als zehn Minuten gebraucht, als es sich an dem Nachmittag von ihrem Opa auf den Weg zur Mutter gemacht hat.

00:08:25: Die nächste Parallele ist dass es wieder um zwei verschiedene Bundesländer geht.

00:08:30: bei Lefke geht's ja um Niedersachsen und um Nordrhein-Westfalen Bei Adelina gehts um Bremen und um Niederachsen also drei Bundesländern zu denen der Vielfahrer Mark Haar durchaus Verbindungen und Ankerpunkte gehabt hat.

00:08:43: Das sind aber alles nur Verdachtsmomente.

00:08:45: Wie gesagt, konkretes Täterwissen hat Mark Haar im Fall Adelina zumindest nie preisgegeben.

00:08:52: Absolut richtig!

00:08:53: Es gibt im Fall adelina im Laufe der Zeit allerdings noch einen weiteren Verdächtigen.

00:08:58: Besprechender über ein Mann, der in den Autos gezwungen hat, er hat sie damals in den Kofferraum gesperrt und ist mit ihr quer durch die Stadt gefahren.

00:09:08: Später hat er das Kind wieder freigelassen... Aber das, was die neunjährige damals bei der Polizei beschrieben hat.

00:09:15: Das ist so gut gewesen dass der Mann dann eben auch gefasst worden ist.

00:09:19: Bei der Durchsuchung findet die Polizei seinerzeit auch Kinderpornos.

00:09:24: Für die Entführung und für den Besitz der Kinder Pornos wird er zu einer Haftstrafe verurteilt.

00:09:30: Wie hoch die genau gewesen ist, das habe ich nicht rausfinden können.

00:09:33: Eine Verbindung zum Fall Adelina kann dem Mann jedenfalls bis heute nicht nachgewiesen werden.

00:09:39: Und dass obwohl die Polizei damals eben auch noch das Auto, das sie hat, ausfindig gemacht hat.

00:09:47: Warum erzählen wir das hier so ausführlich?

00:09:49: Also, zum einen weil der Mord an Adelina bis heute ungeklärt ist und weil wir uns auch einfach nicht sicher sind ob die Sache mit dem Metallarmulett in der Öffentlichkeit so bekannt ist.

00:10:00: Das gilt wahrscheinlich auch für einen ziemlich bizarren Fund im Pastoren-Weltchen.

00:10:05: Da hat die Polizei nämlich in dem Jahr zwei noch mal ganz genau nachgesucht und unter anderem mehrere Frauenbadeanzüge im Waldboden gefunden, die sind da vergraben worden.

00:10:16: Die Stelle damals liegt nicht weit vom Fundort von Adelina entfernt.

00:10:21: Insgesamt sind sechs Badeanzügen, drei Strumpfhosen eine Umstandsmiederhose worden sind.

00:10:30: Einen direkten Zusammenhang schließen Polizei und Staatsanwaltschaft bis heute nicht aus, das würde dann möglicherweise eben für einen Täter mit transvestitischem Fetisch sprechen.

00:10:40: Ob das für Mark Haar gilt?

00:10:41: Das kann ich allerdings nichts sagen!

00:10:56: Nach der Untersuchung stellt sich dann aber heraus, dass es nicht ganz genau die gleichen sind.

00:11:02: Trotzdem bleibt Mark H auch im Fall Adelina verdächtig", sagt der Kriminaldirektor Adekasten Wettels.

00:11:09: Die Soko-Adelina mit der haben wir damals als Sokolivke sehr intensiv zusammengearbeitet nach der Überführung des Täters und die Sokoadelina hat damals sehr intensive Maßnahmen übernommen und ich kann im Grunde genommen den damaligen Leiter der Sonderkommission noch mit seinen Worten zitieren, dass der Täter von Levke auch Haupttatverdächtiger im Fall Adelina gewesen ist.

00:11:42: Und dementsprechend fährt die Bremer-Polizei im Herbst, in dem verurteilten Mark H nochmal ins Pastorenwältchen und bringt ihn eben an den Fundort von Adelinas Leiche.

00:11:52: Das hatte bei Lefke ja schon ganz gut geklappt und diese Hoffnung hat die Polizei jetzt also auch wieder.

00:11:58: Vorher haben sie den Ort allerdings noch präpariert, und eine Puppe dahin gelegt, die genau die Kleidung anhat, die Adelina Ende Juni-Junis Gitarren getragen hat.

00:12:08: Marc Haar schaut sich das alles an, bleibt aber bei seiner letzten Aussage er will mit dem Mord an Adeliner nichts zu tun haben – und genau das beteuert er bis heute eben!

00:12:19: Die Staatsanwaltschaft Bremen eröffnet zwei Tausend Fünf, also nach der Verurteilung von Mark Haar im Fall Lefke und Felix ein Sammelverfahren.

00:12:27: Und das bringt die Polizeikurkshafen wieder ins Spiel.

00:12:30: Die ruft dann eine neue Sonderkommission ins Leben, die sogenannte Soko-Lefke Neu.

00:12:36: Leiter wird wieder Carsten Bettels, der ja schon die Soko Levke geleitet hatte.

00:12:41: Wir haben in der Sokolevke Neue insgesamt zweihundertsechzig Fälle überprüft bundesweit von vermissten Mädchen und Jungen.

00:12:54: Und darüber hinaus auch weibliche Personen, die als Anhalterin in Frage kommen von einer jeweiligen Altersgruppe her.

00:13:05: Wir haben auch überprüfte alle Tötungsdelikte in den Regionen wo der Täter in seinem Leben gewohnt hat, also sowohl im Sauerland als auch wo er sein Grundverdienst absolviert hat in Bayern.

00:13:21: Als auch im Raum Bremerhaven.

00:13:25: Dafür rekonstruiert die Soko-Lefke Neu damals wirklich alles aus dem Leben von Mark H angefangen mit seinem achzehnten Geburtstag angefangen, also ab dem Moment, wo er einen Führerschein und ein Auto zur Verfügung gehabt hat und mobil gewesen ist.

00:13:41: Wir wissen ja, dass Mark Haar Vielfahrer gewesen ist – da haben wir beim letzten Mal schon sehr aufs Fülle drüber gesprochen – und dementsprechend schaut sich die Polizei also jetzt bundesweit ungeklärte Morte-und Vermisstenfälle an für die Mark Haare möglicherweise auch als Täter in Frage kommt.

00:13:56: Das alles wie gesagt immer unter der Fragestellung ist noch mehr!

00:14:01: Da kann man sich jetzt natürlich die Frage stellen, warum macht sich die Polizei hier einfach so unfassbare Mühnen?

00:14:06: Warum macht sie da ein großes Fass auf und gleich die Morde an Lefko und Felix mit anderen Taten aus ganz Deutschland ab.

00:14:14: Hintergrund ist der, dass in dem Jahr des Soko-Levgenau gegründet worden ist.

00:14:19: Einige Fälle aus dem Elbe Wesadreik eben noch nicht geklärt waren.

00:14:23: Ein Beispiel haben wir gerade genannt – der Mordfall Adelina.

00:14:26: Es gibt aber auch andere Fälle, die da infrage kommen.

00:14:29: Beispielsweise einer aus dem Jahr zwei Tausend Eins, der die Polizei Niedersachsen damals sehr beschäftigt hat.

00:14:35: Der Mordfahl Dennis Kahn!

00:14:38: Über den Fall können wir vielleicht an anderer Stelle noch mal genauer sprechen, denn der Mord an Dennis K. ist heute aufgeklärt und auch schon abgeurteilt – als Mörder ist Martin N. verurteilt worden.

00:14:49: Das ist der Mann, der als sogenannte Maskenmann oder der Schwarze Mann jahrelang im Elbe Weserdreik Angst und Schrecken verbreitet hat.

00:14:57: Er hat damals in Schullandheim internaten Zeltlaggern teilweise auch in Privatwohnungen eingebrochen, hat mehr als vierzig Jungen nachweislich missbraucht und mindestens drei von ihnen ermordet.

00:15:08: Dafür ist er im Landgericht Stade und übrigens auch von Richter Berend Appelkamp zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden.

00:15:17: Die Sicherungs-Verwahrungen hat der Bundesgerichtshof später dann allerdings einkassiert, die Verurteilung am Landgerichtsstade durch den gleichen Richter ist möglicherweise nicht die einzige Parallele zwischen den beiden Tätern.

00:15:29: Dazu hören wir den damaligen Ermittlungsleiter Carsten Bettels nachher.

00:15:33: nochmal

00:15:33: Versetzen wir uns vielleicht einfach noch mal in die Zeit von damals.

00:15:37: Dennis K. verschwindet im September, dass unterscheidet den Fall in der Tatbegehung natürlich von den Fällen Adelina, Lefko und Felix.

00:15:49: Die sind ja auf offener Straße und tagsüber entführt worden.

00:15:52: Dennis Kar ist nachts aus einem Gebäude entfört worden.

00:15:56: Für die Soko-Lefke Neu ist damals also relativ schnell klar, höchstwahrscheinlich nichts mit den anderen drei Morden zu tun hat und das dafür ein anderer Mann verantwortlich sein dürfte.

00:16:07: Die Ermittlerinnen und Ermittlern um Carsten Bettels wissen zwei Tausendvier allerdings nicht, haben sie es jetzt hier mit Zwei Tätern, Mit Drei Tättern oder Mit Viertätern zu tun.

00:16:17: Nach der Festnahme und dem Geständnis von Marc Haas dann zumindest mal klar Es sind mindestens zwei Täter und maximal drei.

00:16:25: Die Bestätigung dafür gibt's,

00:16:34: dass es für uns sicherlich noch mal ein Thema an anderer Stelle ist.

00:16:38: Warum wir das hier erwähnen?

00:16:39: Der Fall Dennis K. ist für die Soko Levgen neu – aber trotzdem interessant.

00:16:45: und das hat gleich mehrere Gründe!

00:16:47: Zum einen hat Mark Haage standen, dass er mit Lefke in die Nähe des Schulandheims in Wulzbüttel gefahren ist und sie da das erste Mal missbraucht hat.

00:16:55: Und das ist genau das Schullandheim aus dem two-thausend-eins Dennis Kahr verschwunden ist.

00:17:00: Das ist ja zumindest mal auffällig sagt Carsten Bettels.

00:17:04: Es setzt schon eine große Distanz über Brückung voraus von alten Walde zu diesem Ort zu fahren wo sich eine Vielzahl von anderen Handlungsorten rechts und links in ausgedehnten Waldgebieten ja auch auf der Strecke zwischen diesen beiden Orten befindet.

00:17:22: Und er im Nachhinein wieder mit Lefke im Auto wieder Richtung Norden fährt, nicht ganz bis Kuchsharfen sondern bis zur Abfahrt Neuenwalde und dort die Taten fortsetzt!

00:17:36: Jetzt muss man natürlich ganz klar sagen, vom Maskenmann weiß die Polizei damals noch nichts.

00:17:42: Sie geht aber eben davon aus, dass Mark Haar nichts mit dem Verschwinden von Dennis Kahr zu tun hat.

00:17:47: Das hat unter anderem auch die operative Fallanalyse so gesagt.

00:17:52: Dass Mark Haare die Nähe zu diesem Schulandheim in Wohlzbüttel zufällig sucht – das hält Carsten Bettels für «verschwindend gering».

00:18:01: und dann fällt ihm in einem Verhör eine zweite Sache auf!

00:18:05: Was für mich interessant ist im Kontext der Sokolivke und des Geständenes, das damals des Murders war die Situation dass er zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Lage war.

00:18:23: In einer polizeilichen Vernehmung drei Ereignisse die das Jahr zwei tausend eins betrafen in eine zeitliche Reihung zu bringen.

00:18:33: Und zwar das verschwinden von Adelina, das verschwinden von Dennis und den Elften September.

00:18:41: Adelinas Pismarck verschwand in Bremen am achtundzwanzigsten Juni, zwei Tausend Eins.

00:18:48: Dennis verschwand aus dem Schulantheim am vierten neunten, zweitausend eins ja unter elfte September war dann einige Tage später oder penge ich davon wurde Ja Dann der Leichnamen Von Adelina im Oktober auf niedersächsischem Gebiet gefunden und der Leichnam von Dennis einige Tage später, am neunzehnten September in der Region im Elbe Wesa Dreieck.

00:19:17: Das ist natürlich sehr, sehr auffällig und das wirft aus Sicht der Ermittler natürlich Fragen auf!

00:19:23: Was bewegt eigentlich einen Menschen eine so detailreiche Kenntnis darüber zu haben auch nach mehreren Jahren noch?

00:19:32: diese Ereignisse in einen Kontext zu bringen.

00:19:36: Eine Antwort darauf gibt es bis heute nicht, unter anderem auch weil Mark H. bis heute dazu schweigt.

00:19:43: und das heißt auch Es gibt keine Antwort auf die Frage ob es möglicherweise auch um erlebnisgestützte Erinnerung geht oder eben nicht

00:19:50: Erlebnis gestützte Erinnerungen.

00:19:52: Dann würde das in letzter Konsequenz heißen, dass Mark H bei der Entführung von Dennis K dabei gewesen wäre und dann wäre der Maskenmann eben kein Einzeltäter sondern hätte eine deutlich engere Verbindung zu Mark Ha als bisher angenommen.

00:20:06: Das ist jetzt natürlich ne sehr gewagte Theorie also einfach weil es keine Anhaltspunkte dafür gibt.

00:20:12: Und trotzdem bleibt da natürlich die Frage warum sich ein Mörder für die Morde eines anderen Täters interessiert und sie sogar zeitlich fehlerfrei runterbeten kann.

00:20:23: Aus Sicht von Carsten Bettels kann das mehrere Gründe haben, wörtlich hat er mir damals gesagt entweder schaut hier der Zitat kleine Bruder auf das Werk des großen Bruders und will ihm nacheifern oder er versucht hier irgendwie seine Taten einem anderen in die Schuhe zu schieben.

00:20:40: Wenn letzteres der Fall ist, dann scheitert das natürlich schon im Ansatz.

00:20:44: Ich glaube da müssen wir nicht großartig darüber diskutieren.

00:20:48: ich lehne mich wahrscheinlich nichts weit aus dem Fenster wenn ich sage selbst für Leyen ist es nicht schwer zu erkennen dass die Tatbegehung im fall Dennis K eine komplett andere ist als es beispielsweise bei Levko und Felix gewesen ist.

00:21:02: Es gibt noch einen anderen Punkt, bei dem Carsten Bettels bis heute Fragen hat.

00:21:06: Es sind ja Mädchen und Jungen getötet worden von Marc Haar.

00:21:10: Das ist tendenziell eher ungewöhnlich Und auch das würde möglicherweise dafür sprechen dass Mark Haar hier dem Maskenmann möglicherweise Taten in die Schuhe schieben wollte.

00:21:22: Denn wir müssen uns vor Augen halten, das Mark Haard zu dem Zeitpunkt als er Felix umgebracht hat schon massiv unter Druck gestanden hat.

00:21:32: Damals ist die Polizei mehrfach bei ihm gewesen.

00:21:34: wenn wir jetzt einfach mal annehmen, dass er Zuhause gewesen ist, als die Polizei bei ihm geklingelt hat wird er mitbekommen haben, Mathe steht.

00:21:46: Er hat mit Sicherheit auch von der Astabschnalde-Aktion mitbekommen, die hat ja letzten Endes dazu geführt dass er den entscheidenden Fehler gemacht hat, der ihn so verdächtig gemacht

00:21:57: hat.".

00:21:58: Und da wir davorhin nicht ins Detail gegangen sind.

00:22:00: vielleicht kannst du nochmal kurz erklären in wie weit das Einfluss auf sein Geständnis hatte diese Astabschneideraktion oder wieso man jetzt davon ausgeht, dass er Kenntnis hatte von der Suche nach ihm?

00:22:15: Die Polizei hat ja nach dem Leichenfund von Lefke rund um das Gebiet wo sie gefunden worden ist Äste abgeschnitten und hat diese Äste dann letzten Endes ins Labor gegeben, um die auszuwerten.

00:22:29: Und da hat die Polizei öffentlich mitgeteilt es sind Haare gefunden worden und es gibt eine DNA die nachgewiesen werden konnte und aufgrund dieser Aussage später in seiner Vernehmung ziemlich verrand, müsste man aus heutiger Sicht sagen.

00:22:51: Er hat nämlich immer wieder auf einen Wildunfall hingedeutet.

00:22:56: Er hätte da ungefähr in dem Bereich wo Lefke gefunden worden ist ein Wildunfalls gehabt und er sei dem flüchtenden Tier in den Wald gefolgt.

00:23:08: Und damit wollte er letzten Endes begründen warum möglicherweise eben Haare von ihm und seine DNA da in diesem Bereich gefunden worden sind.

00:23:18: Und das ist natürlich der Polizei in Cuxhaven wahnsinnig verdächtig vorgekommen, und das ist auch ein Teil gewesen warum er damals von der Polizei nach seiner Vernehmung wohl gemerkt als Hauptverdächtiger galt.

00:23:33: Also diese Geschichte kam dann quasi noch obendrauf zu der Tatsache dass er mit dem Auto das am Waldparkplatz schon mal gesichtet wurde Vor der Dienststelle vorgefahren ist.

00:23:44: Absolut!

00:23:46: Selina, du hast dir die Vita von Marc Hamal ein bisschen genauer angeschaut?

00:23:50: Wir sind ja mit der Ausgangsfrage gestartet – Ist da noch mehr?

00:23:53: Ist der Mord an Levka eine Ersttat oder nicht?

00:23:56: Bis heute ist klar, die Polizei hat Marc Haar bisher keinen früheren Mord nachweisen können.

00:24:02: Wenn es um Sexualdelikte geht, sieht's dann etwas anders aus...

00:24:06: Genau, wir sind in Teil eins schon mal darauf eingegangen.

00:24:09: Ich fasse das aber trotzdem noch einmal ein bisschen zusammen einfach um es nochmal aufzufrischen.

00:24:13: Mark Haar war schon vor den Morden an Lefke und Felix vorbestraft.

00:24:17: im Februar nineteenhundetneunzig, also rund zehn Jahre davor hatte er im Großraum Olpe eine sechzehnjährige Anhalterin mitgenommen.

00:24:26: Deren sechzehnjähriger Freund war erst dabei.

00:24:29: Den hat er aber zuerst abgesetzt und statt dann auch das Mädchen danach an der gewünschten Bushaltestelle abzusetzen, weil mit ihr in ein Waldstück gefahren und hat sie da vergewaltigt.

00:24:39: Das Landgericht Ansberg verurteilte ihn dafür zu einer Jugendstrafe wegen Vergewaltigung in Tarteinheit mit Freiheitsberaubung.

00:24:47: Zwei Jahre hatte er bekommen allerdings wurden die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt und ihm wurde für einen Jahr der Führerschein abgenommen.

00:24:55: Er soll sich danach aber ganz gut gemacht haben, liest man zumindest in der Rheinischen Post.

00:25:00: Da gibt es einen Artikel von zwei Tausend Fünf.

00:25:03: da wird er Gerichtssprecher zitiert.

00:25:05: Der soll erklärt haben dass Mark H damals nach der Verurteilung eine Ausbildung gemacht hat.

00:25:10: Er soll eng mit seinem Bewährungshelfer gearbeitet haben sozial integriert gewesen sein und sich beim Roten Kreuz engagiert haben.

00:25:17: außerdem habe er Schmerzensgeld- und Schadenersatz gezahlt.

00:25:20: das alles zusammen hat dann dafür gesorgt, dass seine Bewährung von drei auf zwei Jahre verkürzt wurde.

00:25:27: Später aber im Jahr zweitausend gab es noch mal ein Strafverfahren gegen ihn – der Vorwurf, er soll versucht haben eine junge Frau mit geistiger Behinderung zu vergewaltigen.

00:25:37: Verurteilt wurde Makar dafür nicht, denn das Mädchen hatte ihm bei einer Gegenüberstellung nicht erkannt und deswegen wurde das Verfahren eingestellt.

00:25:46: Das heißt also, Mark H ist zwar vorbestraft aber eben nicht wegen Mordes.

00:25:52: Schauen wir uns das Ganze vielleicht einfach mal ein bisschen genauer an – die Polizei gründet wie gesagt die Soko-Levkenneu.

00:25:59: Der Name steht für Carsten Bettels relativ schnell fest und will die Sonderkommission eben nicht nach einem Täter benennen….

00:26:06: auch das finde ich ist ein sehr klares Zeichen!

00:26:10: Diese Sonderkommission müsst ihr euch in etwa vorstellen wie eine Clearingstelle, also so ähnlich wie das die Polizeidirektion Lüneburg bei den Gördemorden gemacht hat.

00:26:20: Informationen über den Täter sammeln mit bekannten und ungeklärten Fällen aus Deutschland abgleichen.

00:26:26: Insgesamt, ich habe es gesagt sind knapp zweihundertsechzig Fälle gewesen die da untersucht worden sind und zum ersten Mal in der deutschen Kriminalgeschichte tauscht sich die Polizei damals eben auch über ein entsprechendes System aus dass es vorher so noch nicht gegeben hat.

00:26:42: Auch das ist eine Lehre aus dem Fall Lefke und Felix gewesen.

00:26:48: Mord- und Vermistenfälle sind da untersucht worden, bei denen es eben um unterschiedlichste Personengruppen gegangen ist.

00:26:55: Was nicht untersucht geworden ist – auch das hat mir Carsten Bettels so nochmal bestätigt – sind versuchte Tötungsdelikte oder versuchten Vergewaltigungen?

00:27:04: Da sagte er mir, dass wäre ein Fass ohne Boden gewesen, das wäre einfach nicht zu stemmen gewesen!

00:27:10: Denn klar ist auch diese Sonderkommission arbeitet von zwei tausend fünf bis zweitausend sechs Und muss in diesem Zeitraum die angesprochenen Fälle irgendwie abarbeiten.

00:27:22: Das ist also eine Mammutaufgabe.

00:27:26: Neben dem Mord an Adelina, die Polizei einen Fall noch ganz besonders im Blick – das ist der Mord.

00:27:37: Da sind wir dann wieder in dem Jahr, in dem Mark Haar zum ersten Mal als Sexualstraftäter in Erscheinung getreten ist.

00:27:43: Ob das jetzt letzten Endes ein Zufall ist oder ob es einen Zusammenhang gibt, ist bis heute nicht ganz klar.

00:27:50: Marianna Greiner lebt eigentlich mit ihrer Mutter in Bosnien Herzegovina der Vater arbeitet aber in Deutschland und zwar in der Ruhe Metropole Essen und zwar im Stadtteil Altenessen.

00:28:00: Da besuchen Mutter und Tochter ihn eben im August threehundneinzig.

00:28:05: Am einunddreßigsten August, um ganz genau zu sein will Marianna ihre Mutter aus einem Kaufhaus in der Nähe abholen.

00:28:12: Sie kommt allerdings nie an.

00:28:14: Wo genau auf dem Weg sie verschwunden ist das wissen die Ermittlerinnen und Ermittlern bis heute nicht.

00:28:19: Wir sehen also auch hier gibt es einige Parallelen.

00:28:22: Ein Kind verschwindet von jetzt auf gleich Und wird dann mehrere hundert Kilometer entfernt tot aufgefunden.

00:28:28: Die Leiche von Mariana Krainer wird nämlich an einem Parkplatz bei Schessel im Landkreis Rot an der Würme entdeckt.

00:28:36: Für Carsten Bettels und die Ermittlerinnen und Ermittlern, ist das eine sehr interessante Ähnlichkeit – nicht die einzige.

00:28:44: Die beiden Mädchen sind in etwa gleich alt.

00:28:47: Außerdem hat Mark Haar Ankerpunkte in beiden Regionen, also in Nordrhein-Westfalen und in Niedersachsen.

00:28:53: Du hast es angesprochen, er hat sowohl im Sauerland als auch im Elbe Weserdreieck gelebt!

00:29:01: Nicht unwichtig ist außerdem die Aussage einer Zeugin, die will Marianna Kreiner nämlich am Tag ihres Verschwinnens in Begleitung eines Bundeswehrsoldaten gesehen haben.

00:29:10: Der mutmaßliche Täter soll damals zwanzig bis zweiundzwanzig Jahre alt gewesen sein – in etwa ein siebzig bis einsfümundsiebzig groß.

00:29:18: Breite Schultern außerdem!

00:29:20: Mark H. war damals zwantzig Jahre alt wenn auch nicht schlank.

00:29:26: Das Barrett, das die Zeuge damals beschrieben hat passt auch nicht zu dem Battalion in Schweinfurt bei dem Mark-H damals seinen Wehrdienst abgeleistet hat.

00:29:34: Aber das sind immer subjektive Hinweise – da kann man sich letzten Endes nie so hundertprozentig sicher sein!

00:29:40: Die Distanz zwischen seinem Wohnort Attendorn und Essen beträgt tatsächlich keine neunzig Kilometer und es wäre also für den Vielfahrer Mark H überhaupt kein Hindernis gewesen, sagt Carsten Bettels.

00:29:52: Ein versuchter Mord, der laut Polizei in Essen schon twohundneinzig möglicherweise auch von Marianas Mörder begangen worden ist.

00:29:59: Ist von der Soko-Levgenau übrigens nicht untersucht worden.

00:30:03: Das liegt ganz einfach daran dass die Ermittlerinnen und Ermittlern damals ich hatte es angedeutet eben nur Fälle geprüft haben in denen Kinder verschwunden oder getötet worden sind.

00:30:13: Versuchte Morde oder versuchte Entführungen sind damals eben nicht Gegenstand der Untersuchung gewesen.

00:30:19: Am Ende kommt die Polizei zu dem Ergebnis, dass es eben nicht auszuschließen ist.

00:30:24: Dass Mark Haar für den Mord an Mariana Krainer verantwortlich sein könnte.

00:30:29: Ich fass vielleicht die Parallelen nochmal kurz zusammen.

00:30:31: Marianna und Lefke sind ähnlich alt.

00:30:33: Abgreifssituationen auf offener Straße Verschwindeort- und Leichenfundort liegen hunderte Kilometer auseinander Und Mark Haahr hat Bezüge zu beiden Regionen.

00:30:45: Mittlerweile hat die Polizei in Essen die Täter DNA so weit auftypisieren können, dass sie damit arbeiten kann.

00:30:51: Und Kriminalhauptkommissar Dustin Wisniewski, der hat die Ermittlungsgruppe Cole Cases beim Polizeipräsidium Essen geleitet.

00:31:01: Der hat das so dann eben auch bestätigt... Offensichtlich hat es beim Suchlauf in der DAD keinen Treffer mit der DNA von Mark H gegeben.

00:31:11: Ich glaube, das hätte man ansonsten mitbekommen, dass vielleicht also einfach mal so als neue Erkenntnis... Ich habe noch mal einen dritten Fall rausgesucht, den die Soko Lefke neu damals untersucht hat.

00:31:24: Das Team um Ermittlungsleiter Carsten Bettels hat ja damals eben auch Fälle untersucht bei denen Mark Haar-Anhalterin mitgenommen haben könnte.

00:31:32: Da geht es zum Beispiel eben auch um den Fall Katrin Konath Auch ein Fall aus dem Jahr zwei Tausend Eins.

00:31:37: über den habe ich in den letzten anderthalb Jahren wirklich unzählig einmal mit der zuständigen Ermittlungsleiterin gesprochen.

00:31:44: Katrin Conert ist Anfang ein Jahrzehnte.

00:31:48: Sie verschwindet am Neujahrsabend, hat den Tag über bei ihrem Freund verbracht.

00:31:52: Die Beziehungen versuchen die beiden so gut es irgendwie geht geheim zu halten weil sie fünfzehn und er dreißig ist.

00:32:00: Geht natürlich gar nicht!

00:32:03: Abends will sie dann letzten Endes bei BlitzEis und bei Temperaturen um den Gefrierpunkt irgendwie nach Hause.

00:32:09: Sie findet aber eben keine Mitfahrgelegenheit, also ruft sie bei mehreren Bekannten an und bei Bekannten ihres Freundes einer muss sie doch irgendwie fahren.

00:32:18: Aber auch damit scheitert die letzten endes.

00:32:21: Einer würde sie zwar fahren der will aber sofort los.

00:32:24: das will Katrin nicht.

00:32:26: sie lehnt ab weil sie bei ihrem freund noch ein bisschen länger bleiben.

00:32:30: Sie verlässt das Haus ihres Freundes letzten Endes so gegen... ...Achzehn Uhr Fünfzig Roundabout, der letzte Anruf davor wird auf Achtzehn-Uhr Sechsundvierzig datiert.

00:32:40: Sie wird auf dem Weg zur Bushaltestelle noch ein paar Mal gesehen.

00:32:44: An dieser Bushaltistelle spricht sie dann eben auch mit einem anderen Bekannten.

00:32:48: Der hat vorher keinen Kontakt zu ihr gehabt!

00:32:54: wie diese Begegnung wirklich abgelaufen ist.

00:32:56: Da gibt's mehrere Versionen von diesem Zeugen, von dem Mann der dann später auch als Beschuldigter geführt worden ist tatsächlich.

00:33:05: Von Zeugen ist aber keine seiner Version bestätigt.

00:33:09: Ob sie also letzten Endes eingestiegen oder ob ein Fremder sie möglicherweise mitgenommen hat und für ihr Verschwinden verantwortlich ist bis heute nicht endgültig geklärt ... Karsten Bettels und die Soko Levgenoy haben den Fall auf jeden fall untersucht ganz einfach weil Marc Haar von Anhalterin gesprochen hat.

00:33:29: Und er will in Ostdeutschland eine... Anhalterin angefahren haben.

00:33:35: und Bergen an der Dumme, das ist der Ort wo Katrin Conert damals verschwunden ist, liegt direkt an der Grenze zu Sachsen-Anhalt.

00:33:43: Also möglicherweise eine Verwechslung nicht ausgeschlossen, möglicherweise hat Mark Haar Bergen in der Dummischohn zur Sachsen Anhalt gezählt, dass jedenfalls schließt die Polizei so nicht aus Und dementsprechend ist der Fall Katrin Konert eben auch einer gewesen, der für die Soko Lefke neu interessant gewesen ist.

00:34:01: Annegretta Rödel, das ist die Ermittlungsleiterin im Fall Katrin Konath.

00:34:05: Geht heute tendenziell eher nicht davon aus dass Katrin Conath am Neujahrsabend zwei tausend eins zu einem fremden ins Auto gestiegen ist und so ein fremder wäre Mark H logischerweise für sie gewesen.

00:34:18: Sie sagt aber eben auch ganz klar sie würde sich da mit ihm gerne nochmal drüber unterhalten Auch wenn es und das betone ich an dieser stelle keine Hinweise darauf gibt, dass Mark H. an diesem Abend am Neujahrsabend zwei Tausend Eins irgendwie in Nordost-Niedersachsen unterwegs gewesen ist.

00:34:36: Das also einfach mal so.

00:34:37: die Kurzzusammenfassung und das was aus Sicht der Soko Lefken neu heute wichtig ist.

00:34:44: Wen der Fall interessiert hört vielleicht einfach mal bei Licht ins Dunkel rein.

00:34:49: da habe ich eine mehrteilige Reihe zu gemacht.

00:34:53: etwas ausführlicher genau.

00:34:56: Wir haben ja jetzt die ganze Zeit über Soko Lefke neu gesprochen und du hast mehrfach darauf verwiesen, dass diese ganzen Prüfungen, Ideen, Abwägungen im Jahr nach der Verurteilung von Marc Haar im Fall Lefka und Felix passiert sind.

00:35:11: Das ist aber auch schon wieder über zwanzig Jahre her.

00:35:14: inwiefern laufen da heute noch die Ermittlungen?

00:35:19: Also die Informationen, die die Soko-Levke Neu damals zur Verfügung gestellt hat.

00:35:24: Die gibt's natürlich heute immer noch!

00:35:26: Die Informationen sind in einzelnen Polizeidienststellen damals zur verfügung gestellt worden und da ist es wirklich so gewesen.

00:35:34: das hat mir Carsten Bettels auch bestätigt... ...die Soko Levke Neui hatte mit vielen vielen zuständigen Polizeidienzstellen sehr intensiv zusammengearbeitet.

00:35:47: Also wir haben gerade das Beispiel gehabt, die Sonderkommission Adelina oder eben auch der Fall Mariana Krainer, der von der Soko-Levgenau beleuchtet worden ist.

00:36:00: also das alles gibt es tatsächlich schon und wenn ich sehe dass die Polizei ein Essen jetzt in der Lage ist eine Täter DNA zu isolieren und damit wirklich auch zu arbeiten und die durch die DAD zu jagen Und dabei keinen Treffer zu bekommen, der auf Mark H hindeutet.

00:36:17: Dann haben wir da ja zumindest schon mal eine Entwicklung und ein klares Update.

00:36:21: Meine Frage war nur deshalb gestellt weil um die Prozesse einfach nochmal klar zu machen diese Sondereinheit dieser Sonderkommission in ihrer ursprünglichen Form so dass sich permanent immer noch jemand damit beschäftigt gibt es nicht.

00:36:37: Klar gibt es die Ergebnisse dieser Sonderkommission, auf die die Behörden zugreifen können jederzeit.

00:36:43: Aber die Verbindung müssen sie erst mal selbst herstellen.

00:36:45: Da ist ja jetzt keiner der alles im Überblick behält und guckt ob's da noch irgendwelche neuen Ergebnisse funde irgendwas weiter sammelt oder so.

00:36:55: Dann müssten die Ermittler von ihrer Seite aus eben zugreifend auf die Idee kommen usw.

00:37:02: Das ist ja im Prinzip das Prinzip einer Clearing-Stelle, also daher habe ich das gerade so deutlich mit der Polizeidirektion Lüneburg und den Gördemorden verglichen.

00:37:15: Auch da laufen natürlich Prozesse im Hintergrund aber am Ende des Tages gibt es immer eine... zuständige Polizeidienststelle, die die Ermittlungen leitet und naja also alles das was durch die Soko-Levgenau passiert ist.

00:37:29: Das wäre dann so als Servicestelle wenn man es so will zu verstehen Also Informationen die quasi von der zuständigen Polizeidinstelle abrufbar wären

00:37:42: Was natürlich auch immer hilft Gerade bei so ungeklärten Fällen und das ist ja auch der Grund, dass haben wir von Anfang an ja auch so kommuniziert.

00:37:50: Warum wir diese Fälle jetzt gerade nochmal auf den Tisch holen?

00:37:55: Ist es, dass Öffentlichkeit helfen kann, diese Felle zu klären.

00:38:02: Deswegen war Carsten Bettels oder ist auch immer wieder bereit mit uns zu sprechen über die Dinge, die da passiert sind.

00:38:10: Und er sagt ganz klar Es gibt zumindest immer die Möglichkeit, auch im Rahmen einer Veröffentlichung den Fall wieder bekannt zu machen, publik zu machen.

00:38:22: Hinweise zu bekommen aus der Bevölkerung, die uns weiterhelfen im Fall und die wir nicht bekommen hätten wenn der Fall bei den Akten gelegen hätte und wäre nicht wieder aufgenommen worden.

00:38:36: Eine gewisse Öffentlichkeitsmediale Präsenz ist für solche Fälle also wichtig?

00:38:41: Auf der einen Seite Medien und Öffentlichkeit können aber auch extrem schädlich werden.

00:38:46: Wir haben das gerade im Fall Felix und Lefke durchaus in Ansätzen gesehen, was Medien auch machen können.

00:38:56: Felix Mutter zum Beispiel berichtet von wie ich finde sehr übergriffigen Situationen von Journalisten oder Kollegen.

00:39:05: Hast du da einfach mal ein Beispiel für uns?

00:39:08: Mal abgesehen davon, dass Pressekollegen schon am Tag eins der Suche nach Felix das Wohnhaus belagert haben so dass die Familie kaum mehr durch die Tür gehen konnte.

00:39:19: Das ist das eine.

00:39:21: zum anderen berichtet Anja Wille in dem Buch von Reportern, die direkt an der Tür klingeln und um Interviews bitten was ich immer sehr übergriffig finde aus meiner Erfahrung.

00:39:33: Total!

00:39:33: Total.

00:39:34: es geht gar nicht.

00:39:36: Und das geht teilweise sogar so weit, dass sie gebeten wird ob man nicht in Felix Zimmer Fotos machen könne.

00:39:46: Wow!

00:39:47: Das hat sie zugelassen.

00:39:49: aber als ich das gelesen habe hatte schon den Eindruck, dass die da mehr überrannte wurde mit dieser Bitte, sodass sie irgendwie gar nicht richtig dazu kamen nein dazu zu sagen.

00:39:59: also mehr unfreiwillig machten dann eben Reporter sogar im Haus.

00:40:05: Fotos

00:40:06: geht gar nicht.

00:40:08: Aber letzten Endes gibt es ja mehrere Praktiken oder Versuche von gerade Zeitungskollegen sind da sehr, sehr übergriffig wenn's um irgendwie Bilder geht oder wenns um exklusiv Interviews oder was der Geier was geht.

00:40:31: Ja Also verstößt meiner Meinung nach häufig gegen den Pressekodex und das ist eine Sache die ich ganz, ganz deutlich kritisiere wo ich einfach immer sage Freunde seid ihr bescheuert.

00:40:45: Das geht halt überhaupt gar nicht.

00:40:48: du musst dir immer bewusst sein dass es gerade eine absolute Ausnahmesituation für die Familie ist oder generell für die Betroffenen kann ja auch sein dass du da irgendwie die beste Freundin oder weißt der Geier was überfällst mit so einer Bitte.

00:41:03: Auch die ist natürlich in einer absoluten Ausnahmesituation, um jetzt einfach mal ein fiktives Beispiel rauszugreifen.

00:41:09: Aber letzten Endes ist das eine Situation... Nee geht nicht!

00:41:13: Punkt!

00:41:14: Ich zitiere aus dem Buch Anja Wille schreibt versteht sich.

00:41:28: Mein erster Kontakt mit der seltsamen Welt der Medien, ich nehme sie als Perversion der Wirklichkeit wahr.

00:41:35: Aus der Küche heraus beobachten wir wie sie langsam aber sicher die Zahl der Fahrzeuge vor dem Hof erhöht.

00:41:41: nun sind es zwei Kamerateams und drei Fotografen.

00:41:45: mein Vater kämpft sich durch die Presse.

00:41:46: Leute ob das unser Felix ist dessen Suchmeldung inzwischen durch das Radiolaufen will.

00:41:52: er wissen Ich nicket traurig.

00:41:55: Die ersten Reporter wagen sich ans Haus, klingeln und bitten um Interviews.

00:41:59: Ich will keine Interviews geben.

00:42:01: ich mache mir Sorgen!

00:42:02: Ich habe Angst um meinen Sohn.

00:42:04: was wollen die alle von mir?

00:42:06: Immer wieder wird geleutet.

00:42:08: erst versucht es der eine dann trauen sich die anderen.

00:42:11: ich bleibe freundlich und schicke sie wieder weg.

00:42:14: woher die Journalisten unsere Adresse haben ist mir schleierhaft.

00:42:17: selbst die Post hat Probleme Briefe und Päckchen richtig zuzustellen aber die da draußen wissen nicht einmal unseren Nachnamen und haben uns gefunden.

00:42:25: Gegen neun bin ich die Klingeleit.

00:42:27: Offensichtlich gehört es wohl dazu, dass man zu seinem Kummer auch noch diese Schmeißfliegen loswerden muss.

00:42:33: Jedes Leuten zerrt an den Nerven.

00:42:35: Ich muss ja aufmachen!

00:42:36: Es könnte auch Felix sein.

00:42:38: Denn nun so langsam auf dem Weg sein müsste von seinem Jagdhäuschen nach Hause.

00:42:43: Sie hat kurzer Einwurf, sie hat vermutet er könnte da an einem Ort sein wo er sich ab und zu mal aufgehalten hat.

00:42:51: Ich habe die Faxen so dicke dass ich beschließe die Leute nach und nach abzufertigen, damit ich sie endlich los bin.

00:42:58: Es klingelt wieder.

00:42:59: ein Unsimpat steht vor der Tür neugierig später in den Flur Die Bildzeitung.

00:43:04: das war ja klar.

00:43:06: Damit ich endlich meine Ruhe habe werde auch ihn herein lassen.

00:43:10: aber alle schön der Reihe nach.

00:43:12: Ich kann zu diesem Zeitpunkt nicht wissen Dass Sie nie das Interesse verlieren Nie Satz sind Das es nie Frieden geben wird egal was ich tue.

00:43:21: Aber heute jetzt Und hier habe ich die Hoffnung, sie nur einmal bedienen zu müssen um dann Ruhe zu haben.

00:43:27: Ob er Felix Zimmer sehen kann?

00:43:29: Es muss wohl sein!

00:43:31: Ich zeige ihm das Zimmer meines Sohnes.

00:43:33: von Fotografieren ist allerdings nicht die Rede gewesen aber der Typ fängt wie wild anzuknipsen.

00:43:40: Es trifft

00:43:53: es.

00:43:54: Wobei man da auch sagen muss, sie waren nicht die einzigen.

00:43:58: Also Sie waren tatsächlich nicht die Einzigen.

00:44:00: Es wird auch hier noch mal eine Situation beschrieben.

00:44:02: Reporter haben die Schule belagert.

00:44:05: Rein vorsorglich wird der Unterricht eine Stunde früher beendet.

00:44:08: Andere Stelle gleicher Verweis?

00:44:10: Die Presse ist nach wie vor skrupellos.

00:44:13: Die Schule wird belagerd.

00:44:14: Die Eltern haben inzwischen mehr Angst dass ihre Kinder von den Medien abgefangen werden als das ein unbekannter Täter an die Kinder geht.

00:44:23: Das ist schon bezeichnend.

00:44:25: Ja, absolut!

00:44:27: Und nochmal deutlich zu machen, dass es nicht nur bestimmte Kollegen sind... Ich zitiere da Klingels am Telefon und der Anrufer sagt hier ist das Hamburger Abendblatt.

00:44:38: ich habe selbst zwei Kinder die können doch die Suchmaßnahmen jetzt nicht einstellen.

00:44:42: wie finden sie das denn?

00:44:43: Im Prinzip eine Suggestivfrage, ne?

00:44:46: Ihre Antwort oder ihre Gedanken dazu?

00:44:49: Ja, wie finde ich diesen Anruf inzwischen?

00:44:52: Ist sehr deutlich gemacht worden.

00:44:53: Dass hier keiner anzurufen hat oder auftauchen darf.

00:44:56: Den Journalisten wurde klargemacht dass sie auf die schwarze Liste kommen das heißt Sie fliegen aus dem Presseverteiler.

00:45:03: Der Name ist notiert.

00:45:04: Ich antworte dieser Frau nur dass die Polizei wohl über ausreichende Erfahrungen verfügt und dass sie solche Entscheidungen den Beamten überlassen sollte.

00:45:12: Ich knalle den Hörer auf.

00:45:13: es ist eine Frechheit.

00:45:15: Dreist gibt diese Zeitung am nächsten Tag vor, ein Interview mit mir geführt zu haben was die nächsten Reporter auf dem Plan ruft.

00:45:23: Ja das ist natürlich eine ganz ganz finstere Geschichte.

00:45:26: wenn du in so einer Situation bist dann hast du natürlich alles zu tun aber eben nicht dich noch mit der Presse rumzuschlagen.

00:45:35: ich weiß dass Lefkes Familie von den Angehörigen Betreuern, die die Polizei in Cuxhaven sofort in die Familie geschickt hat.

00:45:46: Systematisch von Anfang an von der Presse abgeschirmt worden ist.

00:45:50: Carsten Bettels hat mir gesagt ... Die haben kurz drüber beraten, inwieweit die Familie der Pressem- Auskunft gibt und haben sich dann aber eben relativ schnell dafür entschieden, die Familie komplett von den Medien fernzuhalten.

00:46:04: Und da haben sich eben entsprechende Angehörigenbetreuer drum gekümmert.

00:46:09: Das zeigt aber letzten Endes wie das in diesem einen Fall oder... Zwei Fälle sind es ja im Prinzip, die zu einem Komplex werden wie das in einem Komplex aber komplett anders laufen kann.

00:46:22: Na ja gut sie sagt ja ganz klar Sie haben das klar gemacht dass die Journalisten sich da fernzuhalten haben ne?

00:46:29: Die kamen ja im Grunde an Tag eins sofort.

00:46:31: Sie sagt ja auch sie wissen gar nicht Wie sie rausgefunden haben wer sie sind und wo sie wohnen.

00:46:37: Danach hat die Polizei schon deutlich gemacht Dass das nicht geht.

00:46:41: Aber dennoch sind offenbar einzelne Journalisten bereit, über diese Grenze zu gehen und dennoch zumindest anzurufen um dann aus einem Satz denen die Frau sagt.

00:46:58: Zu behaupten sie hätten ein Interview geführt.

00:47:02: Ja fällt mir einfach nichts mehr zu.

00:47:03: einen Punkt

00:47:05: Man muss natürlich sagen das ist jetzt eine persönliche Perspektive.

00:47:09: Natürlich schreibt hier Felix Mutter aus ihrer Perspektiv aus ihrer Erfahrung Aber selbst sollte sie das Ganze jetzt überspitzen, mal angenommen.

00:47:21: Ist es immer noch schlimm

00:47:22: genug?

00:47:23: Dann wäre auch das in Ordnung!

00:47:24: Selbst wenn sie's dramatischer darstellt als es möglicherweise gewesen ist.

00:47:29: Das müsste man nunmal zur Verteidigung möglicherweise sagen.

00:47:32: Man weiß nicht... wie war ich dabei?

00:47:34: Nein natürlich nicht.

00:47:35: Aber dennoch also selbst wenn... das geht nicht.

00:47:41: Also ich als Reporter... Natürlich sind wir angehalten zu informieren, insbesondere dann wenn das von öffentlichem Interesse ist.

00:47:51: Und in diesem Fall wo ein Täter offensichtlich noch auf freiem Fuß ist hat es natürlich ein gewisses öffentliches Interesse und natürlich hat die Polizei auch ein Interesse mit Medien zu kooperieren eben wie vorhin gesagt um an Informationen zu kommen

00:48:09: Ja klar, aber wie das Kinderzimmer des vermissten Jungen aussieht.

00:48:13: Das hat ja letzten Endes mit der öffentlichen Information einfach mal nichts

00:48:18: zu tun.

00:48:19: Nein überhaupt gar nicht und das empfinde ich persönlich als unfassbar geschmacklos und nicht mehr zurechtfertigen.

00:48:30: Nein und da ist es dann am Ende des Tages auch kein Wunder, dass wir als Journalisten wie als Berufsstand der Journalisten immer wieder in Verruf kommen.

00:48:40: Weil einige von uns ganz offensichtlich nicht wissen wo die Grenzen sind und möglicherweise auch den Pressekodex einfach nicht drauf haben.

00:48:49: Punkt!

00:48:51: Ja und wie gesagt ich verstehe das generelle Interesse und es ist ja auch nicht so, dass Wir noch nie mit Angehörigen gesprochen hätten.

00:48:58: Also es ist ja schon so, dass wir durchaus auch angehörige Interviewen aber nicht in einer akuten Notsituation sondern dann wenn sie bereit dazu sind mit einem zu sprechen.

00:49:10: Ich mache das grundsätzlich nur.

00:49:12: also ich frage Angehörige immer nur dann an, wenn ich auch wirklich klar erkennen kann, dass die Angehöregen jetzt in diesem Moment immer noch die Öffentlichkeit suchen, wenn das für mich nicht klar ist, Die Mutter, der Vater und der Bruder wären auch immer aus dieser Familie oder aus diesem Umfeld.

00:49:33: Heute immer noch die Öffentlichkeit suchen?

00:49:37: Dann ... Nee!

00:49:38: Nein!

00:49:39: Dann klemm ich mir die Anfrage.

00:49:42: Dann spreche ich mit der Polizei im Zweifelsfall wenn ich Primärquellen haben will so aber dass sich irgendwen einfach aus heiterem Himmel anschreiben würde im Leben nicht.

00:49:56: Das wird mir nicht einfallen.

00:49:59: Ganz sicher nicht!

00:50:00: Vielleicht bin ich da naiv, weiß ich nicht... Aber für mich hat das letzten Endes auch einfach was mit einer Haltung zu tun?

00:50:08: Mit Respekt zu tun und einfach.

00:50:11: also wir wissen ja überhaupt gar nicht was diese Menschen erlebt haben, was die Menschen einfach ertragen mussten Und du bist ja gezeichnet fürs Leben wenn du einen Angehörigen verlierst auf diese Art und Weise.

00:50:27: Und das dann nochmal aufzureißen, also auch in diesem Fall ne?

00:50:33: Also ich hab mit Carsten Bettels vorher drüber gesprochen dass wir den Fall oder diesen Komplex gerne thematisieren würden und also auch da das ganze alles in Rücksprache!

00:50:50: Das ist mir einfach wahnsinnig wichtig gewesen weil Ich möchte einfach nicht, dass irgendwer retraumatisiert wird durch meine Arbeit.

00:51:00: Wobei wir das natürlich auch immer noch nicht verhindern können ne?

00:51:02: Also wenn sobald wir darüber reden, reden wir darüber dann ist das öffentlich.

00:51:06: aber in diesem Fall gibt es ja auch für Carsten Wettels ein gutes Argument dafür, dass wir eben darüber reden.

00:51:15: und ich mein Felix Mutter macht ja auch im Buch klar, dass sie die Medien durchaus auch nutzt in Kooperation mit der Polizei zusammen.

00:51:25: Sie stellen ja zum Beispiel auch am Waldparkplatz so einen Schaukasten auf für die Öffentlichkeit sichtbar, sie gehen zu Aktenzeichen xy.

00:51:34: So ne?

00:51:35: Sie führt ja dann letztendlich auch die Interviews weil sie auch spürt dass sie diese Öffentlichkeits als Unterstützung brauchen.

00:51:44: und ich finde es unfassbar, weil sie geht ja schon an die Öffentlichkeit.

00:51:51: Und dann diese Grenzüberschreitung.

00:51:54: Ich

00:51:55: bin nicht hundertprozentig bei dir.

00:51:58: Presse-Codex kann man auch öffentlich einsehen, also was da drin steht und was da nicht drinsteht.

00:52:05: Der Presse Codex hat sich im Laufe der letzten Jahre immer weiterentwickelt.

00:52:11: Da erinnere ich zum Beispiel an das Geiseldrama von Gladback.

00:52:15: Danach hat es eine Passusänderung gegeben, also auch das wieder eine Geschichte wo wir letzten Endes Lehrend rausgezogen haben.

00:52:26: Kann man sich anschauen?

00:52:28: Genau!

00:52:28: Einfach bei Google eingeben, Presse Codex und dann findet ihr den auch ziemlich direkt.

00:52:33: Also wer da Interesse hat einfach da nochmal durchstöbern.

00:52:37: Wie gesagt die Pressearbeits ist in manchen Fällen durchaus wichtig.

00:52:43: Was erhofft sich Carsten Bettels jetzt eigentlich daraus, dass wir das nochmal machen?

00:52:48: Naja es geht letzten Endes darum einfach noch mal darauf aufmerksam zu machen.

00:52:52: weil also wenn man sich anschaut wie die Polizei da gearbeitet hat, wie kreativ da eben auch teilweise die Ermittlerinnen und Ermittlern geworden sind.

00:53:04: Dann ist das das eine wo er ganz klar sagt also du musst wenn du nichts in der Hand hast einfach auch Maßnahmen entwickeln die dir später irgendwann mal du kannst noch nicht absehen welche Folgen das hat.

00:53:16: aber es kann Folgen haben und es kann letzten Endes dazu führen dass dieser Fall geklärt wird.

00:53:22: und dementsprechend Carsten Bettels hat bis zu seiner Pensionierung bei der Polizeiakademie Niedersachsen in der Ausbildung gearbeitet und hat letzten Endes Polizeianwärterinnen und Polizeianwertern unter anderem eben auch Ermittlungsarbeit in Cold Cases beigebracht.

00:53:40: Und diesen Fall hat er dann zum Beispiel immer wieder als Beispielfall herangezogen, wo er einfach gesagt hat naja also wenn du nichts hast dann musst du kreativ werden und da musst du einfach gucken dass du irgendwie an an Hinweise kommt.

00:53:57: Das ist das eine, also letzten Endes lehren und Maßnahmen zu entwickeln.

00:54:03: Und dann geht es natürlich darum dass Es einfach immer noch Fälle gibt für die mark ha möglicherweise als täter infrage kommt.

00:54:14: Über einen möglichen zusammenhang mit anderen taten wird da gesprochen und das ist immer einfach wichtig dass man immer mal wieder darauf aufmerksam macht und dass da möglicherweise eben nochmal ein Schlaglicht drauf geworfen wird.

00:54:30: Ja, also auch mittlerweile im Ruhestand lässt es Carsten Bettels nicht los und wird uns möglicherweise ja noch weiter begleiten?

00:54:40: Ganz sicher!

00:54:41: Absolut.

00:54:43: Und das soll's für heute gewesen

00:54:46: sein?!

00:54:46: Zum Start von Tatsache über Menschen und Morde.

00:54:51: Falls ihr noch irgendwelche Gedanken zu diesem Fall zu anderen Fällen habt oder einfach normal Hallo sagen möchtet, ihr findet uns auf Instagram.

00:55:00: Tatsache True Crime Podcast heißen wir da.

00:55:02: Schickt uns einfach eine Nachricht, nehmt Kontakt auf!

00:55:05: Wir freuen uns über jeden der sich mit uns austauscht.

00:55:08: In diesem Sinne bleibt sicher und gesund.

00:55:11: alles alles Gute.

00:55:12: euch Glück Auf

00:55:14: Bis bald.

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