Folge 6: Weißt du, wer ich bin? - "Identify Me" (Teil 1)

Shownotes

41 Frauen - ein gemeinsames Schicksal. Sie sind irgendwo in Europa tot aufgefunden worden und musste anonym beerdigt werden, weil die Polizei nicht weiß, wer sie sind.

Das ist der Grund, warum die nationalen Polizeibehörden aus Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Italien, Spanien und Frankreich gemeinsam mit Interpol die Kampagne #IdentifyMe durchführen.

Über diese Kampagne sprechen wir und machen die Schwierigkeiten und den großen Aufwand der Kooperationspartner an einem Fall mit Bezug nach Deutschland klar.

Eva Maria Pommer aus Bottrop ist eine der sechs Frauen, die durch die Anstrengungen der Polizei ihren Namen zurückbekommen hat. Wie sie ums Leben gekommen ist und warum sie in den Niederlanden gefunden worden ist, ist bis heute unklar. Hier sind das Polizeipräsidium Recklinghausen und die Ermittlerinnen und Ermittler in den Niederlanden auf Hinweise angewiesen.

Das Hinweisportal in diesem Fall findet ihr hier.

Weitere Informationen zu #IdentifyMe findet ihr hier


Hauptquellen:

  • Interview mit Miriam Wenzel, Abteilung Öffentlichkeitsfahndung beim Bundeskriminalamt
  • Interview mit Lukas Eger, Abteilung Öffentlichkeitsfahndung beim Bundeskriminalamt
  • Interview mit Anja Allendorf, Vermisstenstelle des Bundeskriminalamts
  • Interview mit Ramona Hörst, Erste Polizeihauptkommissarin beim Polizeipräsidium Recklinghausen

Weitere Quellen (eine Auswahl):

Wenn ihr schon Fragen habt oder nur mal "Hallo" sagen wollt, freuen wir uns über eine Nachricht. Ihr findet uns auf Instagram: @tatsache_truecrimepodcast

Transkript anzeigen

00:00:00: Die meisten von ihnen liegen seit Jahren, manche sogar seit Jahrzehnten anonym auf Friedhöfen.

00:00:10: In schlichten Holzsergen begraben – bei vielen der Beerdigung waren nicht mehr als eine Handvoll Menschen dabei.

00:00:18: Die meisten von ihnen sind ermordet worden.

00:00:28: Die Polizei hat allerdings das Problem, dass sie nicht nur keinen Täter hat sondern eben auch nicht den Namen dieser Frauen

00:00:35: und über diese Kampagne wollen wir heute sprechen konkreter noch über den Fall Eva Maria Poma.

00:00:41: aber erstmal Hallo ihr Lieben.

00:00:44: schön, dass Ihr wieder dabei seid.

00:00:46: wunderschön guten Tag hallo

00:00:48: Mike.

00:00:48: vielleicht nutzen wir als erstes mal die Chance Danke zu sagen oder.

00:00:53: Wir haben in den letzten Tagen und Wochen so viele tolle Nachrichten, Kommentare, Bewertungen von euch bekommen.

00:01:00: Das macht uns richtig glücklich muss ich sagen.

00:01:03: dich auch ne?

00:01:04: Ja, ja absolut.

00:01:07: Die meisten von euch werden das wissen.

00:01:09: wir machen das alles hier komplett alleine also von der Idee über den Namen Logo Recherche Produktion Den Schnitt Das ganze hinterher nochmal nachproduzieren Also Postproduktion.

00:01:23: In diesem Podcast steckt einfach wahnsinnig viel Arbeit Jede Menge Herzblut Wahnsinnig Viel Liebe und dass ihr das offensichtlich spürt macht uns einfach wahnsinnig glücklich.

00:01:37: Danke dafür!

00:01:38: Außerdem sorgt alles, was ihr dabei tragt ob das jetzt eine Bewertung oder ein Kommentar auf der Plattform ist, auf der er uns hört oder auch eine Nachricht auf Instagram.

00:01:48: Alles sorgt dafür dass wir das hier noch ein bisschen weiter machen können.

00:01:52: Noch stemmen wir das Ganze nebenbei aber wenn ihr am Start seid, können wir das ganze vielleicht irgendwann ja noch ausbauen?

00:02:01: Wären natürlich ein Traum klar.

00:02:03: Also, vielen lieben Dank an euch und ja das musst du jetzt einfach erst mal raus.

00:02:08: Absolut!

00:02:09: Jetzt aber zum Thema der Folge.

00:02:13: vielleicht hat er ein oder andere von euch schonmal von Identify Me gehört.

00:02:17: viele kennen diese Kampagne aber noch nicht und deswegen wollen wir jetzt darauf aufmerksam machen.

00:02:23: Wir fassen deswegen die wichtigsten Infos als Erstes zusammen bevor wir dann gleich zu dem eher unbekannteren Identify me Fall kommen auf den wir hier genauer eingehen möchten.

00:02:35: Identifamie ist eine gemeinsame Initiative, und zwar von Interpol- und mehreren europäischen Polizeibehörden die es in dem Jahr zwanzig an den Staat gegangen hat.

00:02:45: Ziel ist es da, wie gesagt, die Identität unbekannter toter Frauen aufzuklären.

00:02:53: werden einfach nach wie vor viele, viele Frauen in Europa tot aufgefunden.

00:02:58: Ohne das einfach jemals geklärt wird wer ist diese Frau eigentlich?

00:03:03: und ja ohne Namen beziehungsweise ohne die Identität zu kennen ist es einfach wahnsinnig schwierig häufig sogar unmöglich überhaupt herauszufinden was passiert ist und wer der mögliche Täter ist

00:03:16: richtig?

00:03:17: Die Kampagne soll deshalb klar also unbekannte Tote identifizieren, aber auch Hinweise aus verschiedenen Ländern bündeln oder auch Angehörige erreichen die möglicherweise gar nicht wissen dass ihre vermisste Verwandte in einem anderen Land gefunden wurde.

00:03:33: Ich habe gerade schon gesagt mehrere Polizeibehörden.

00:03:36: genauer sind es sechs beteiligte Länder nämlich Deutschland Belgien Niederlande Frankreich Italien und Spanien.

00:03:45: Ja, die Kampagne ist im Jahr und zwei Jahre gestartet.

00:03:48: Die Initiatur war die Polizei in den Niederlanden.

00:03:51: Sie hat sich mit dem Bundeskriminalamt in Verbindung gesetzt.

00:03:55: Und weil es eben grenzübergreifende Ermittlungen sind haben sich die Kooperationspartner dann einfach Interpol noch ins Boot geholt, sagt Miriam Wenzler aus der Abteilung Öffentlichkeitsfahndung beim Bundeskriminalamt.

00:04:08: Da es ja eine internationale Kampagne sein sollte, haben wir mit den Niederländern und Belgien auch festgestellt.

00:04:14: Wir brauchen jemanden der diese Kampagnen auch international unterstützt und haben uns so Interpol mit ins Boot genommen, worüber wir sehr dankbar waren dass sie diese Kompagne auch deutlich und intensiv unterstützt haben nämlich indem Sie sämtliche Zweiundzwanzig Fälle aus den Belgien, Niederland und Deutschland auf ihre Webseite gestellt haben und nicht nur die Kampagne auch alle Zweiundzwanzig Fälle tatsächlich über Social Media beworben haben, sodass das tatsächlich weltweit veröffentlicht wurde.

00:04:42: Bei der ersten Kampagne sind also nur drei Länder mit dabei gewesen.

00:04:46: Die haben insgesamt zweiundzwanzig Fälle vorgestellt – sechs aus Deutschland, sieben aus Belgien und neun aus den Niederlanden.

00:04:54: Dabei haben die Kooperationspartner medial so ziemlich alles aufgefahren.

00:04:58: was ging.

00:04:59: Jeder Fall mit Bezug nach Deutschland ist hier bei Aktenzeichen XY gelaufen und auch in den Zeitungen hat immer wieder was dazu gestanden.

00:05:07: Und das hat tatsächlich auch schon geholfen, findet Anja Allendorf von der vermissten Stelle des Bundeskriminalamts.

00:05:14: Wir haben mit der Kampagne zusätzlich auch ein großes mediales Interesse geweckt und das bedeutet... durch all diese Dinge die Chancen gestiegen sind, dass sich die Menschen interessieren.

00:05:25: Sich die Darstellung im Internet anschauen und sich irgendjemand hoffentlich an dieses Gesicht oder zum Beispiel an ein dargestelltes Schmuckstück oder an einen Detail eines Schmucks erinnert.

00:05:37: also es besteht auch die Chance das Mitwisser sich nach so langer Zeit an die Polizei wenden und es gibt ja auch die Möglichkeit anonym einen Hinweis zu geben.

00:05:47: insofern eröffnet die Kampagne eben die Möglichkeit sehr viele Menschen und eventuell dadurch auch mehr potenzielle Hinweisgeber zu erreichen.

00:05:57: Die jeweiligen Polizeibehörden veröffentlichen die Fälle aus ihrem Land, in Deutschland macht das also zum Beispiel das BKA.

00:06:04: auf der Internetseite von Interpol findet ihr aber alle existierenden Fälle auf einen Blick.

00:06:10: Da wird dann alles veröffentlicht, was bei einer Identifizierung helfen könnte.

00:06:14: Also zum Beispiel Gesichtsweichteilrekonstruktionen Ergebnisse von Isotopenanalysen Fotos von Schmuck oder Kleidung Es geht um auffällige Tattoos oder Narben aber auch Angaben zum geschätzten Alter zur Größe oder zum Fundort.

00:06:29: Selina, du hast da gerade zwei Begriffe genannt die wir vielleicht an der Stelle einfach mal kurz erklären müssen oder besser uns erklären lassen sollten.

00:06:38: Gesichtsweichteil-Rekonstruktion, kurz GWA und Isotopenanalyse.

00:06:44: ich glaube damit kann vielleicht nicht jeder sofort was anfangen.

00:06:48: Anja Allendorf vom BKA erklärt einfach mal ganz kurz was diese GWA überhaupt ist.

00:06:54: Im Prinzip, soweit ich das als Polizeibeamtin grob beantworten kann geht es darum dass man in den Fällen bei denen lediglich eins Klett oder ein Schädel noch aufgefunden wurde.

00:07:06: Man versucht das Gesicht oder auch den ganzen Kopf natürlich des Opfers wieder herzustellen.

00:07:12: Da gibt es verschiedene Methoden und in unseren Fällen sieht man eben auch das verschiedene Method angewandt wurden.

00:07:18: da gibt's zum einen die Zeichnung Und es gibt eine computergestützte Gesichtskonstruktion, also das Einscannen des Schädels mithilfe der Computertechnologie und es gibt ne Abformung des Schäles.

00:07:33: Das heißt also der Schädel wird abgeformt.

00:07:35: ich arbeite natürlich nicht am Originalschädel und auf diesen Schädl wird Modellierton aufgebracht.

00:07:42: Jede dieser Methoden hat natürlich Vor- und Nachteile.

00:07:44: Bei einer Zeichnung kann ich zum Beispiel nicht den ganzen Kopf sehen, ich kann keine dreidimensionalen Bilder herstellen und das aus verschiedenen Perspektiven anschauen spielt ja manchmal auch eine Rolle.

00:07:58: Die Grundlage für die Herstellung der Gesichtsweichteilrekonstruktion sind Untersuchungen und Messungen an lebenden Personen aber auch an verstorbenen die im Ergebnis definiert haben, wie die Weichteildicke an bestimmten Punkten des Schädels ist.

00:08:16: Dabei spielt auch eine wichtige Rolle dass man den Schädel also die Knochenmasse vorher untersucht eingehend untersucht weil man dann im Ergebnis Rückschlüsse drauf hat Wie alt war das Opfer ungefähr?

00:08:30: Welches Geschlecht hatte das Opfe?

00:08:32: Welche Statur?

00:08:34: Das ist für die weichteil Beschaffenheit des Gesichtes ganz wichtig.

00:08:38: Es gibt übrigens eine Ausnahme bei dieser Gesichtsweichteil-Rekonstruktion aus Berlin ist ein Fall damit, da es ne Frau tot in nem Erdloch im Spandauer Forst gefunden worden.

00:08:49: Das war im November, und die GWA, die damals gemacht worden ist, die ist noch auf dem Originalschädel gemacht worden.

00:08:58: Es liegt möglicherweise daran dass das die allererste Gesichts weichteil rekonstruktion in Deutschland überhaupt gewesen ist.

00:09:05: Jahre später hat man das dann einfach anders gemacht, aber ja danach hat die Polizei dann mit eben diesen Abformungen gearbeitet.

00:09:13: Die allererste Gesichtswachteil-Rekonstruktion steht übrigens heute in der polizeihistorischen Sammlung in Berlin.

00:09:22: und dann ist da ja noch die Isotopenanalyse auch...die haben wir uns erklären lassen!

00:09:27: Eine Isotopenanalysel ist keine Routineuntersuchung, die ist natürlich auch kostspielig.

00:09:33: Das heißt wenn es keine oder nur wenige neue, erfolgsversprechende Ermittlungsansätze gibt.

00:09:39: Und ich auch all das was ich habe an Materialien der Leiche Fingerabdrücke Zahnschema und so weiter.

00:09:45: wenn das nicht zum Erfolg führt bleibt mir eben diese kriminaltechnische Untersuchungsmethode.

00:09:52: da wird Körpergewebe untersucht aber auch in versierten rechtsmedizinischen Instituten.

00:09:58: Alle Chemiker und Experten auf dem Gebieten würden es mir jetzt bitte verzeihen, wenn ich in der Beantwortung der Frage nicht alles chemisch korrekt darstelle.

00:10:06: Aber was man vereinfacht sagen kann ist, dass Isotope unterschiedlich schwere Atomarten eines Elements sind.

00:10:15: Und bei der Isotopenanalyse wird der Anteil und die Zusammensetzung eben ganz bestimmter Elemente in möglichst unterschiedlichen Gewebeteilen der Leiche, da gehören auch Knochen, Zähne usw.

00:10:27: dazu untersucht und eben diese Anteile werden festgestellt.

00:10:32: das ist der Wasserstoff Sauerstoff, Kohlenstoff, Stickstoff, Schwefel, Strontium und Blei.

00:10:39: Und wenn man sich vorstellt dass es in den vielen Ländern dieser Erde ganz unterschiedliche Zusammensetzungen des Bodens, des Wassers und der Luft gibt Da kann man sich natürlich auch vorstellen, dass in dem Körpergewebe der Menschen, die in diesen Ländern leben, sich ernähren.

00:10:55: Dass eben auch die Körpergewehbe ganz unterschiedliche Anteile dieser Elemente haben.

00:11:00: Dann gibt es aber noch zusätzlich in großen Ländern ganz unterschiedlich Gebiete.

00:11:05: Da gibt's dann Großstädte und ländliche Gebiete in der Nähe vom Meer oder vom Gebirge usw.. quasi Weltkarten, die immer weiter ergänzt werden und auf denen zum Beispiel die weltweite Verteilung von Kohlenstoffisotopenwerten oder auch von Stickstoff-Isotopenwerden in menschlichen Haarproben aufgeführt ist.

00:11:29: Und das ist z.B.

00:11:30: die Vergleichsbasis zu den Isotopenanalysewerten des untersuchten Gewebes.

00:11:37: Wir können also mit der Isotopenanalyse keine Beweise herstellen, sondern nur Hinweise.

00:11:44: Also Hinweise darauf auf die Herkunft, auf frühere Aufenthaltsorte zum Beispiel der toten Person oder auch Lebensgewohnheiten und da können wir unter Umständen neue Ermittlungsansätze durch die isototen Analyse

00:11:59: gewinnen.".

00:12:00: Diese Ergebnisse sind natürlich alle wie gesagt im Internet zu finden und zwar auf der Interpol-Seite Für Identify.

00:12:07: mir gibt es eine eigene Landingpage mit allen Infos.

00:12:10: Vielleicht erkennt ja jemand einen Schmuckstück zum Beispiel wieder oder besagt das Tattoo, oder denkt moment mal.

00:12:17: die Beschreibung passt doch auf eine Frau, die wir seit Jahren suchen und genau auf solche Hinweise hoffen die Ermittler.

00:12:24: Und damit das überhaupt funktionieren kann braucht es natürlich jemanden der die Zusammenarbeit koordiniert.

00:12:30: Genau das hat ab der zweiten Kampagne dann Interpol übernommen.

00:12:34: Die Organisation sorgt dafür, dass Informationen zwischen den beteiligten Ländern ausgetauscht werden und Vermisstenfälle auch über Ländergrenzen hinweg abgeglichen werden können.

00:12:44: Interpol gleicht allerdings nicht selbst vermissten Anzeigen ab.

00:12:50: Über Ländergrenzten hinweg – das ist ja genau der Punkt!

00:12:53: Also nur weil eine Frau in Deutschland gefunden wurde muss sie nicht auch aus Deutschland stammen.

00:12:58: Vielleicht sucht auch eine Familie seit Jahren in Frankreich, Spanien oder sogar außerhalb Europas nach ihr und genau deshalb richtet sich die Kampagne ausdrücklich nicht nur an Menschen in Europa sondern weltweit.

00:13:11: Es gibt mittlerweile einen Fall in dem genau das zutrifft.

00:13:17: also Eine der identifizierten Frauen kam damals aus Paraguay, ist nach Spanien ausgewandert und ist da tot aufgefunden worden.

00:13:26: Und es hat wirklich Jahre gedauert bis diese Frau dann identifiziert werden konnte aber man hat es eben hingekriegt dieser Frau ihre Namen zurückzugeben.

00:13:36: Das allerdings ist Teil der zweiten Kampagne gewesen und bevor wir über die zweite Kampagnen sprechen schauen wir uns vielleicht nochmal an was ist denn eigentlich überhaupt so Das Ergebnis gewesen, wie zufrieden sind die Projektpartner überhaupt gewesen?

00:13:52: und da lässt sich dann einfach eben sagen.

00:13:54: Die erste Kampagne war aus Sicht der Partnerländern absoluter Erfolg.

00:13:58: Lukas Eger aus der Abteilung Öffentlichkeitsverhandlung liefert uns da einfach mal Zahlen, Daten und Fakten dazu.

00:14:04: Der erste Teil der Identify-Mie-Kampagne hat unserer Meinung nach gezeigt dass internationale Zusammenarbeit und die Einbeziehungen der Öffentlichkeit zur ersten Erfolgen führten.

00:14:15: So ist die Identifizierung einer toten Frau in Belgien als Erfolg zu bewerten.

00:14:20: Besonders im Hinblick auf die Tatsache, dass diese ohne die Veröffentlichung der Identify-Me-Kampagne mit hoher Wahrscheinlichkeit bis heute nicht identifiziert worden

00:14:29: wäre.".

00:14:30: Rita Roberts heißt die Frau?

00:14:33: Ja es handelte sich bei dem Opfer um eine damals junge Frau, die im Februar twointzig ihre Heimat in Cardiff Wales also in Großbritannien verließ Und ihre Familie hörte zuletzt im Mai twohneinzehnundzwei neunzig von ihr.

00:14:50: am dritten sechsten, also ungefähr ein Monat später wurde ihre Leiche dann in einem Kanal.

00:14:56: In Antwerpen, also in Belgien aufgefunden.

00:15:00: tatsächlich war dieser Fall der einzige Fall bei dem uns kein DNA Material vorlag was jedoch sehr erkannt War Ihr Blumentatu am Unterarm und die Mediale Berichterstattung in Zuge der Veröffentlichung der Kampagne durch die BBC in Großbritannien hat dazu beigetragen, dass ihre verwandten In-Wales dieses Blumentattoo tatsächlich erkannten und einen Hinweis zur Identität der Personen bei der Belgischen Polizei abgaben.

00:15:32: Das Opfer konnte daraufhin als die einunddreißigjährige Rita Roberts aus Cardiff identifiziert

00:15:39: werden.".

00:15:40: Die Identifizierung von Rita Roberts bleibt damals aber vorerst noch die einzige Identifisierung aus der ersten Kampagne.

00:16:05: für die belgischen und die niederländischen Behörden.

00:16:12: Als dann im Oktober, in den letzten Jahren, die zweite Kampagne startet sind auch Spanien Italien und Frankreich mit dabei.

00:16:20: Insgesamt sind es dann siebenundvierzig Fälle und stand Juli zwanzigzehnt sechs Frauen identifiziert.

00:16:28: In zwei Fällen sitzt schon ein Tatverdächtiger in Untersuchungshaft und in einem Fall hat der mutmaßliche Täter schon einen Geständnis abgelegt.

00:16:36: Ihr fragt euch jetzt vielleicht auch einfach, warum geht's ausschließlich um Frauen?

00:16:41: Also nach Angaben von Interpol gibt es eben in vielen Fällen relativ auffällige Gemeinsamkeiten.

00:16:49: Einige der Frauen könnten migriert sein andere möglicherweise Opfer von Menschenhandel oder von sexueller Ausbeutung.

00:16:57: wieder andere haben zuletzt ja doch relativ zurückgezogen gelebt oder hatten ganz einfach überhaupt keinen Kontakt mehr zu ihren Familien.

00:17:05: Und genau deshalb ist ihre Identität häufig so schwer zu klären.

00:17:09: Manche wurden nie als vermisst gemeldet und in anderen Fällen gibt es zwar eine Vermisstenanzeige, sie wurde aber nie mit einer unbekannten Toten in einem anderen Land in Verbindung gebracht.

00:17:20: Aber wie gesagt die Kampagne zeigt ja schon Erfolge.

00:17:24: Wir haben es gerade erwähnt sechs Frauen wurden schon identifiziert teilweise auch weil Angehörige oder Zeugen die veröffentlichten Informationen wieder erkannt haben.

00:17:33: Und mit jedem Namen, der geklärt wird, bekommen nicht nur die Familien endlich Gewissheit.

00:17:38: Oft eröffnen sich dadurch auch ganz neue Ermittlungsansätze.

00:17:42: Denn wenn klar ist wer die Frau war dann lässt sich eben auch häufiger besser nachvollziehen wie sie gelebt hat wohin sie unterwegs war und möglicherweise auch was ihr zugestoßen ist.

00:17:55: Genau das ist der Fall in dem Fall den ich euch hier einfach mal mitgebracht habe.

00:18:03: Es gibt eben diesen einen Fall, der ganz deutlich zeigt wie die Kampagne überhaupt funktioniert.

00:18:08: Wofür identifall mir steht und das Ganze habe ich für euch nochmal neu aufgearbeitet.

00:18:16: Mike hat sich tatsächlich in den letzten Jahren sehr intensiv mit diesen Fällen beschäftigt und hat die Ermittlungen verfolgt mit den Verantwortlichen gesprochen so dass wir sehr detaillierte Informationen haben, die wir jetzt liefern können.

00:18:30: Mhm.

00:18:30: Rausgesucht habe ich einen Fall, Selina du hast es erwähnt der ist eher unbekannt.

00:18:37: also jetzt im Vergleich zu anderen Identify-Mefällen.

00:18:40: Es geht um Leichenfonte in den Niederlanden.

00:18:42: die Polizei hat damals tatsächlich nicht viel mehr als eine tote junge Frau.

00:18:47: Es gibt keine Zeugen, es gibt keine Hinweise auf die Identität und es gibt nicht mal ne eindeutige Todesursache Anhaltspunkte, dass diese Frau aus Deutschland kommen könnte.

00:18:59: Die Hinweise laufen dann aber jahrzehntelang ins Leere und durch Identify Me kommt dann eben wieder Bewegung in diesem Fall.

00:19:07: Durch entsprechende Hinweise kann die Frau dann am Ende doch noch identifiziert werden und bekommt nach mehr als zwanzig Jahren ihren Namen zurück.

00:19:16: Das ist also vielleicht einfach mal die Grobzusammenfassung mit, was wir es hier zu tun bekommen.

00:19:22: Bevor wir anfangen, Selina, ich starte einfach mal mit einer Frage, die auf den ersten Blick vielleicht überhaupt gar nichts mit dem Fall zu tun hat.

00:19:30: Kannst du dich daran erinnern dass Griechenland zwei tausend vier Fußball Europameister geworden ist?

00:19:37: Dunkel!

00:19:38: Ich bin ja ehrlich gesagt nicht so der riesen Fußballfan aber ich wusste ja worum's heute geht und hab´s mir angelesen.

00:19:47: Deswegen weiß ich jetzt, eins zu null gewinnen die Griechen damals im Finale gegen Portugal.

00:19:54: Trainer der Grieche ist Otto Rehage König Otto – wer kennt ihn nicht?

00:19:58: Das ist sogar die zweite Begegnung denn Griecheland und Portugal standen sich schon in der Gruppenphase gegenüber.

00:20:04: das Spiel ging zwei zu eins für Griechanland aus

00:20:08: Stark

00:20:08: Und es war ja das erste und einzige Mal dass das Eröffnungsspiel einer EM auch das Finalduell war.

00:20:15: Wir

00:20:15: haben

00:20:17: während es für die Griechen ziemlich gut lief offensichtlich, liefs für Deutschland eher weniger gut in der Gruppenphase schon raus.

00:20:24: Eins zu eins gegen die Niederlande, null zu null gegen Lettland und eins zu zwei gegen Gruppensieger Tschechien.

00:20:30: also machen wir da mal einen Strich drunter ne?

00:20:35: So frage jetzt natürlich warum haben wir so ausführlich über Fußball gesprochen und warum sind wir hier so übel abgeschweift?

00:20:43: Es ist ganz einfach der Tag.

00:20:44: Der Tag, an dem die Griechen damals Fußballgeschichte geschrieben haben, ist genau der Tag über den wir heute sprechen.

00:20:51: Sonntag, vierter Juli, zwei tausendvier und mit genau dieser Fussball-Sensation versucht die Polizei dann eben später Erinnerungen zurückzuholen.

00:21:01: das ist eine übliche Methode.

00:21:05: Es gibt mit Sicherheit Menschen, die sich eben auch Jahre und möglicherweise Jahrzehnte später an genau diesen Tag erinnern und einfach sagen können was sie an diesem Tag gemacht haben.

00:21:16: Der vierte Juli, zwei Tausendvier ist jetzt kein so richtig schöner Sommertag An der niederländischen Nordsee.

00:21:23: knapp neunzehn Grad viele Wolken unterwegs immer wieder Nieselregen also mit Sicherheit keinen Wetter an dem man wahnsinnig gerne am Strand unterwegs ist Und dementsprechend sind offensichtlich auch nicht so richtig viele Menschen unterwegs.

00:21:37: Der Wind fegt dadurch die Dünen der Gemeinde Wassener im Norden von Dinhark, Die Gemeinde gehört zur Provinz Süd-Holland liegt also unmittelbar in der Nordsee.

00:21:48: Vielleicht das kurz zur Einordnung.

00:21:50: knapp siebenzwanzigtausend Menschen leben da und Im Sommer sind relativ viele Touristen Da.

00:21:56: besonders in Deutschland ist die Region sehr beliebt.

00:21:59: Wir sprechen über Anfang Juli Also vermute ich mal, da waren in Deutschland schon Sommerferien.

00:22:09: Ja, also fünf Bundesländer haben damals schon Ferien.

00:22:12: Das sind Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein.

00:22:18: Nordrhein-Westfalen hat zu diesem Zeitpunkt aber noch keine Sommerferien.

00:22:22: Warum betone ich NRW hier so explizit?

00:22:25: Das liegt einfach daran dass die wohl heißeste Spur der Polizei nach Nordrheinwestfalen führt.

00:22:33: An diesem vierten Juli, zwei Tausendvier findet ein Spaziergänger eine Leiche am Strand von Wassenaar.

00:22:40: Der Mann wählt den Notruf.

00:22:41: der Notarzt kann dann aber eben nur noch den Tod der Frau feststellen.

00:22:45: er geht davon aus dass die Frau vielleicht seit ein paar Stunden tot ist.

00:22:50: unklar ist wer die Tote ist wie sie ums Leben gekommen ist.

00:22:54: das heißt also der notarzt ruft die Polizei dazu Die polizeispertern eben den kompletten Strandabschnitt drei und neunzig ab.

00:23:02: Der wird durchsucht, vielleicht irgendwie noch um Gegenstände zu finden die der Frau gehört haben.

00:23:08: Eine Tasche oder irgendwie ein Portemonnaie mit einem Ausweis, irgendwas was dabei hilft die Tote zu identifizieren.

00:23:16: All das hat die Toute aber nicht dabei und dementsprechend hat die Polizei in den Niederlanden eben auch keine Ahnung wer die Tute ist.

00:23:25: Die Frau trägt weinrote Lackschuhe, mehrere Kleidungsschichten übereinander.

00:23:30: Unter der weißen Fließweste von Kitaro trägt sie in schwarzer Shirt von Lisa Campione eine bunte Bluse mit Blummuster der Marke Sain außerdem dunkelgraues Stretch Jeans der Marque Hiss und so ne Art Pyjama-Hose von Kalida.

00:23:50: In den Haaren trägt die Frau ein graues Haarband Um den Hals hat sie ein Wollschal und ein graues Fließstierenband.

00:23:58: Dazu noch eine Sonnenbrille der Marke Apollo mit lila-getönten Gläsern.

00:24:03: Besonders auffällig ist ihre Uhr, da sind zwei Katzen drauf Eine auf dem Ziffernblatt und einer auf dem Armband.

00:24:11: Vielleicht laden wir das einfach mal bei Instagram hoch.

00:24:15: Machen wir auf jeden Fall.

00:24:16: Das gibt glaube ich einen ganz guten Eindruck.

00:24:18: ja

00:24:20: Bei der Beschreibung kommen einem ja sofort mehrere Fragen in den Kopf geschossen, ne?

00:24:25: Also einmal Lackschuhe sind jetzt nicht gerade Schuhe für ein Strand.

00:24:31: Zweitens Warum trägt die Frau mehrere Schichten übereinander?

00:24:37: und drittens warum gleich zwei lange Hosen?

00:24:40: also wir haben ja grade darüber gesprochen bei fast zwanzig Grad

00:24:45: Also am Anfang hat die Polizei natürlich überhaupt gar keine Erklärung dafür, immerhin weiß sie noch nicht mal wer die Tote ist.

00:24:53: Insgesamt schätzte die Kleidung als doch eher unpassend für einen Strandspaziergang ein und weil sie eben keine persönlichen Gegenstände bei sich hat, schließt die Polizei auch n Raubüberfall nicht aus.

00:25:06: Auch wenn es erstmal äußerlich keine Anzeichen für nen Angriff oder für irgendeine Gewaldeinwirkung gibt.

00:25:13: Möglich wäre natürlich auch, dass die Frau überhaupt gar nicht am Strand gestorben ist sondern von irgendwem dahintransportiert und einfach abgelegt worden ist.

00:25:21: Eine andere Erklärung wäre ganz einfach das raue Wetter am Strand sind zwar fast zwanzig Grad an diesem Tag ja Die fühlen sich durch den heftigen Wind aber deutlich kühler an.

00:25:32: Und das könnte dann eben auch eine Erklärung für diese vielen Kleidungsschichten sein, falls die Unbekannte tatsächlich freiwillig am Strand war und möglicherweise ein Unfall hatte oder es einen medizinischen Notfall gab.

00:25:47: Die Polizei ermittelt also hier... Das betont sie immer wieder wenn Sie nicht so richtig sich festlegen will in alle Richtungen und schließt erst mal nichts aus!

00:25:58: Also ja, ich bin auch eine Megafrostbeule.

00:26:03: Aber zwei Hosen übereinander bei knapp zwanzig Grad... Man kann es zumindest mal merkwürdig nennen!

00:26:11: Ja absolut.

00:26:12: also für mich klang das auch erstmal ziemlich ungewöhnlich.

00:26:16: Ich bin im Sommer meistens ja doch mit einer kurzen Hose unterwegs, das ganze bei Wind und Wetter.

00:26:23: aber Solange die Polizei eben nichts anderes beweisen kann, muss sie das auch mit in Betracht ziehen.

00:26:29: Dass sich Frau freiwillig für dieses Ort entschieden hat um an den Strand zu gehen.

00:26:36: Die Ausgangssituation für die Polizei ist einfach gesagt schlecht?

00:26:41: Ja

00:26:42: Aber nochmal kurz zur Uhr mit den Katzen drauf weil die war ja doch recht auffällig.

00:26:47: was das für eine Uhr ist Das kann die Polizei dann auch recht schnell ermitteln.

00:26:52: Ja, absolut.

00:26:53: Das ist ein Werbegeschenk gewesen.

00:26:55: Diese Uhr gab es damals gratis dazu wenn du Tierfutter in einer bestimmten Marke gekauft hast.

00:27:00: Es liegt also nahe dass die Frau Haustiere hat höchstwahrscheinlich eben Katzen.

00:27:05: Ich sag mal so Wenn Du Hunde hast dann trägst du glaube ich keine Uhr mit Katzenmuster drauf.

00:27:13: Die Polizei schließt aber eben auch nicht aus das die frau die ur möglicherweise einfach aus praktischen Gründen getragen hat.

00:27:20: Das war jetzt alles noch nicht wirklich zielführend.

00:27:23: Es gibt aber noch einen anderen Fund, der ja erst mal ein bisschen vielversprechender zu sein scheint?

00:27:30: Ja genau also in der Jackentasche der Toten entdeckt die Spurensicherung drei Schlüssel.

00:27:34: zwei davon sind schon ziemlich rostig einer ist von einer deutschen Firma hergestellt worden.

00:27:40: das ist also zumindest mal ein erster konkreter Ansatz.

00:27:44: Der bringt der Polizei deutlich mehr als des Obduktionsergebnis.

00:27:49: Die ergibt nämlich leider nicht so viel.

00:27:51: Die Rechtsmediziner können ja keine genaue Todesursache feststellen?

00:27:56: Ne, und genau das ist das Problem.

00:27:58: Hinweise auf Fremdeinwirkungen gibt es nicht!

00:28:02: Keine Schnittstiche oder Schlagverletzungen, Drogen, Tablettenrückstände oder Gift werden im Körper und im Blut eben auch nicht gefunden.

00:28:10: Herzversagen schließen die Rechtsmedizin in den Niederlanden aus.

00:28:14: Das heißt also... gar nichts ausschließen.

00:28:19: Es könnte ein Verbrechen gewesen sein, das bisher aber einfach nicht nachweisbar ist.

00:28:23: Es könnten Unfallsein, ein Suizid, ein medizinischer Notfall oder eben eine natürliche Todesursache.

00:28:30: im Film der im Januar twenty-fünfundzwanzig bei Aktenzeichen XY ungelöst gelaufen ist wird es sehr deutlich sagt der zuständige Pathologe.

00:28:41: wörtlich und ich zitiere Ehrlich gesagt war ich selten so ratlos wie heute.

00:28:47: Ich kann beim besten Willen nichts sagen, wie diese Frau gestorben

00:28:50: ist.".

00:28:51: Zitat Ende.

00:28:53: Die einzigen Angaben die die Pathologen tatsächlich machen können sind ein paar Infos zu körperlichen Merkmalen.

00:29:02: Die Tote ist eins, alt und sechzig groß relativ sportlich eher gepflegt.

00:29:07: Das Alter schätzen die Forensiker auf dreißig bis fünfzig Jahre, konkreter wollen sie sich nicht festlegen.

00:29:15: D.h.,

00:29:16: das Geburtsjahr liegt wahrscheinlich irgendwo zwischen neunzehnhundertvier und fünftig.

00:29:22: Die Frau hat blonde Haare, helle Haut, blaue Augen dürfte in etwa sechzig Kilo gewogen haben.

00:29:28: Es gibt ein paar Narben die relativ auffällig sind, die Zähne sind umfangreich erneuert worden heißt es.

00:29:35: so steht's jedenfalls im Obduktionsbericht.

00:29:38: Die Anfrage bei Zahnärzten in der Region ist allerdings komplett negativ.

00:29:43: Es gibt keinen Treffer in irgendeiner vermissten Datenbank, in den Niederlanden und auch internationale Datenbanken die dann später abgefragt werden liefern keine Übereinstimmung.

00:29:55: Das ist ein totaler Albtraum für jeden der am Fall mitarbeitet.

00:30:03: Du hast in dieser Situation ja wirklich So gut wie gar nichts, was dich irgendwie weiterbringt.

00:30:09: Nee und genau das ist das Problem.

00:30:13: immerhin wissen die Ermittlerinnen und Ermittlern die Schlüssel kommen höchstwahrscheinlich aus Deutschland.

00:30:19: zumindest einer davon Das ist die Information.

00:30:22: damit gehen die Ermitlerin und Ermitler dann eben über den Hersteller.

00:30:26: der schaut sich das ganze dann an und teilt mit dass dieser Schlüssel um den es geht.

00:30:34: und an eine Firma aus Bottrop im Ruhrgebiet ausgehandigt worden ist.

00:30:39: Die Prägung wird auch konkret benannt, das ist H'-三 vier acht Strich zwei Null Null.

00:30:47: So hier endet die Spur dann allerdings ganz einfach weil das Unternehmen aus Bottrob nicht mehr nachvollziehen kann wer diesen Schlüssel bekommen hat.

00:30:57: Das liegt an einem Großbrand, dieser Großbrand hat das Archiv komplett zerstört und damit dann natürlich eben auch sämtliche Personalakten vernichtet.

00:31:09: Zum damaligen Personalstamm der Firma gehört die Frau offensichtlich nicht.

00:31:14: es kann ausgeschlossen werden.

00:31:16: diese Spur wird also erst mal für fast zwei Jahrzehnte kalt.

00:31:21: Das ist so bitter.

00:31:23: Ja

00:31:24: Da weiß die Polizei schon in welchem Betrieb die Frau höchstwahrscheinlich gearbeitet hat und kann trotzdem nichts machen, weil wegen eines Brandes dann nicht mehr nachvollziehbar ist wer damals dort gearbeitet hat.

00:31:41: Krass!

00:31:42: Absolut die Polizei in den Niederlanden schaut sich dann also die Kleidung der Toten nochmal ein bisschen genauer an.

00:31:48: das ist auch der Grund warum ich gerade die Marken genannt habe die sie getragen hat.

00:31:54: Die

00:31:54: Kleidung bringt Verbindungen nach Deutschland und in die Schweiz, aber auch das bringt am Ende nicht den erhofften Erfolg.

00:32:03: Im Laufe der Jahre entwickelt sich dann aber die Kriminaltechnik weiter und die Polizei in Wassener gibt eine – wir haben es gerade angesprochen – Isotopen-Analyse in Auftrag?

00:32:13: Soll ich nochmal ganz kurz zusammenfassen vielleicht ganz grob noch mal damit wir in Erinnerung rufen was eine Isotopenanalyse ist?

00:32:21: Ja unbedingt!

00:32:23: Also das ist ein Verfahren mit dem Wissenschaftler Hinweise darauf bekommen können, wo ein Mensch wahrscheinlich gelebt oder was er über längere Zeit gegessen oder auch getrunken hat.

00:32:33: Das geht eben weil – das haben wir uns ja erklären lassen – Wasser und Nahrung winzige chemische Spuren im Körper hinterlassen zum Beispiel in Zähnen oder auch in den Knochen.

00:32:44: und analysiert man diese Spuren dann lassen sich eben Rückschlüsse auf die Herkunft oder darauf ziehen in welcher Region eine Person früher gelebt hat.

00:32:52: Das ist nur noch mal ganz knapp grob.

00:32:56: Ja,

00:32:57: das Ergebnis dieser Analyse ist dann auch irgendwann da.

00:33:00: die unbekannte Tote könnte in Osteuropa geboren und aufgewachsen sein und sie könnte in den letzten fünf Jahren ihres Lebens irgendwo in Deutschland oder in den Niederlanden gelebt haben.

00:33:11: Die zweite Annahme stellt sich später als richtig heraus.

00:33:14: Die Spur Richtung Osteuropa ist nachweislich falsch, das hat mir die zuständige Polizei in Recklinghausen bestätigt.

00:33:22: Die Polizei in Reklinghausens ist auch für Bottrop zuständig und da gibt es dann eben zwei tausendfünfundzwanzig den entscheidenden Hinweis und eben den Treffer.

00:33:34: Man muss aber dazu sagen ohne diese Kampagne Identifamie wäre das mit Sicherheit gar nicht erst zustande gekommen.

00:33:42: Zwei tausend vierundzwanzig hat die Polizei im Wassener nämlich immer noch keine Hinweise, wer die Tote sein könnte also zwanzig Jahre nach dem Tod der Frau.

00:33:52: Der Fall wird also Teil der Kampagne Identify Mii.

00:33:56: Der Fallname Die Frau mit den deutschen Schlüsseln.

00:34:00: Und weil es eben diese eindeutige Verbindung nach Deutschland gibt, läuft der Fall dann auch bei Aktenzeichen XY ungelöst.

00:34:07: Ich habe es vorhin gesagt, sämtliche Fälle mit Verbindungen nach Deutschland sind damals bei XY gezeigt worden und so eben die Frau mit den deutschen Schlüsseln.

00:34:17: Während die Sendung noch läuft melden sich mehrere Hinweisgeberinnen und Hinwasgeber im Studio und beim Bundeskriminalamt – das bringt die Ermittlung wieder ins Rollen!

00:34:28: Im Oktober, zwei tausendfünfundzwanzig melden die Behörden dann den Durchbruch.

00:34:33: Die Frau mit den deutschen Schlüsseln heißt Eva Maria Pomer.

00:34:38: sie war im Juli, zweitausendvier fünfunddreißig Jahre alt und hat in Bottrop gelebt.

00:34:44: wie es genau dazu gekommen ist das hat mir Ramona Hörst die erste Polizeihauptkommissarin beim Polizeipräsidium Recklinghausen erklärt.

00:34:52: nach der Ausstrahlung bei Aktenzahin XY hat sich eine Frau erinnert, dass eben diese verstorbene Mutter von Eva Maria Poma immer davon gesprochen hat.

00:35:04: Dass sie ihre Tochter vermisst hat und auch das war eben ein wertvoller Hinweis.

00:35:10: aus den Niederlanden heraus sind dann auch Ermittlungen angestrengt worden gab es noch weitere Verwandte.

00:35:17: da sind wir dann eben auch mit eingebunden worden.

00:35:19: in dieser Ermittlung Und das hat dann schließlich auch dazu geführt, dass wir weitere Anverwandte ermitteln konnten wurde eben dieser DNA-Abgleich gemacht, der dann auch schließlich dazu geführt hat die Tote nach ein zwanzig Jahren zu identifizieren.

00:35:35: Am Ende bringt eben der DNA Abgleich mit Halbbrüdern von Eva Maria Poma den Durchbruch damit es zumindest mal klar wer die tote Frau ist.

00:35:44: Die eigentlichen Ermittlungen gehen jetzt aber natürlich erst so richtig los, die Todesursache ist ja nach wie vor unklar.

00:35:52: Die Polizei in Recklinghausen bestätigt nach der Identifizierung dass Eva Maria Pomer in Botrop tatsächlich als vermisst gemeldet worden ist.

00:36:02: Warum das nicht schon früher zu einem Treffer geführt hat?

00:36:05: Das besprechen wir vielleicht gleich nochmal ganz in Ruhe!

00:36:13: Also es war wohl so, dass die Mutter sich eben gesorgt hat weil sie keinen Kontakt dann mehr herstellen konnte zu ihrer Tochter und dann selbstständig in diese Wohnung gegangen ist.

00:36:27: Und dort eben auch die Handtasche mit den Ausweisen dort aufgefunden hat.

00:36:32: wenn man jetzt natürlich dann eben auch überlegt, ja wenn jemand vielleicht längerfristig verreisen will oder so nimmt er üblicherweise eben seine Ausweise mit.

00:36:44: Das wäre eine normale Vorgehensweise.

00:36:47: insofern haben wir das eben auch einfach mal mit aufgenommen weil es ist eben schon was wo man sagt okay wer eine Reise machen möchte nimmt im Regelfall eben solche persönlichen Gegenstände mit und damit haben wir da natürlich auch den Grund warum kein Ausweis, keine Handtasche einfach rein gar nichts in den Niederlanden gefunden worden ist.

00:37:09: Ja absolut richtig!

00:37:10: Die Handtrasche mit den Ausweisen und mit dem Portemonnaie ist ganz einfach noch in der Wohnung gewesen.

00:37:16: Warum sie diese Gegenstände nicht dabei hatte?

00:37:19: Das ist bis heute unklar.

00:37:20: das wirft natürlich auch Fragen auf.

00:37:23: es gibt ganz einfach keine Zeugen die gesehen haben wie die thirty-fünfjährige in den niederlandenen unterwegs gewesen ist wie sie hingefahren mit irgendwem zusammen dahin gefahren ist, wie lange sie da gewesen ist.

00:37:37: Die Polizei sagt es gibt erste Hinweise dass Eva Maria Palmer wohl häufiger in den Niederlanden Urlaub gemacht hat.

00:37:44: ob das aber richtig ist und wenn ja Wie oft Sie bisher da gewesen is wann und wo?

00:37:51: Das alles bis heute noch unklar.

00:37:54: Dass Polizeipräsidium Recklinghausen versucht Heute tatsächlich immer noch an Infos über das Leben von Eva-Maria Poma zu kommen.

00:38:03: Mittlerweile hat die Polizei aber immerhin ein kleines bisschen was zusammentragen können?

00:38:09: Ja, also über Eva Maria Poma haben wir mittlerweile herausfinden können dass ihre Eltern beide verstorben sind.

00:38:19: sie hat eben zwei Halbbrüder und darüber lief ja auch die Identifizierung dass man eben da über diesen DNA Abgleich noch ermitteln konnte, dass das eben auch Verwandte von ihr waren.

00:38:33: Was uns tatsächlich aber noch nicht ganz klar ist mit wem hat sie sonst viel zu tun gehabt?

00:38:40: Welchen Freundeskreis hatte sie?

00:38:42: was hatte Sie für Lebensgewohnheiten?

00:38:44: Das sind natürlich jetzt auch Fragen, die nach ein, zwanzig Jahren vielleicht schwer zu beantworten sein werden.

00:38:52: Deshalb sind wir auch noch mal ganz aktiv bei uns in die Öffentlichkeit gegangen und haben ja auch insbesondere hier unsere Bottropper Bevölkerung gefragt wer kennt sie vielleicht noch von früher?

00:39:02: Wer kann sich an Sie erinnern?

00:39:04: Wir haben auch dieses Bild nochmal mit veröffentlicht eben mit diesen Fragen

00:39:10: Und

00:39:11: wir haben einige wenige Hinweise bislang bekommen,

00:39:15: die

00:39:16: uns zumindest einige unserer Fragen beantworten konnten.

00:39:21: Ob das jetzt uns in den Ermittlungen weiter hilft?

00:39:24: Wie sie damals tatsächlich zu Tode gekommen ist?

00:39:27: Warum Sie in den Niederlanden gefunden wurde?

00:39:30: Das sind alles Fragen, die wir im Moment eben noch nicht beantwortet können.

00:39:35: Das heißt, die genauen Lebensumstände sind genauso unklar wie tägliche Routine.

00:39:41: Was die Polizei weiß ist, dass Eva-Maria Pomer im Sommer zwei Tausendvier fünfunddreißig Jahre alt war – du hast es ja gerade schon erwähnt!

00:39:49: Sie ist in Bottrop geboren und war da auch gemeldet als sie gestorben ist.

00:39:54: Gewohnt hat sie in der Bodenstraße und zwar schon etwas länger.

00:39:57: Darauf die Polizei natürlich das sich vielleicht frühere Nachbarn an sehr erinnern und ein bisschen was zu ihren Lebensumständen sagen können.

00:40:07: Damals allein gewohnt, sie soll Sport in einem Sportverein gemacht haben.

00:40:12: Soll da auch relativ aktiv gewesen sein?

00:40:15: Welcher Verein das war ist bis heute aber unklar.

00:40:18: Eva Maria Pomer hatte einen schwer behinderten Ausweis.

00:40:21: welche Beeinträchtigung das konkret gewesen ist dass es noch unkler ist gibt allerdings Hinweise darauf dass es eine Hörbehinderung gewesen sein könnte.

00:40:31: Das ist eben auch nicht bestätigt.

00:40:34: Das persönliche Umfeld von ihr ist unklar.

00:40:36: Also Freunde, Bekannte

00:40:38: etc.,

00:40:39: bei all diesen Dingen braucht die Polizei heute immer noch Hinweise?

00:40:43: Es ist so dass wir jetzt versuchen jeden Strohhalm zu ergreifen um nach so vielen Jahren eben auch noch... weiter ermitteln zu können, um noch weitere Informationen zu bekommen.

00:40:56: Ob uns diese Informationen nachher bei der Ermittlung der Todesursache dann auch noch helfen und wirklich die letzten Tage zu konstruieren ob uns das da noch weiter hilft?

00:41:07: Das wissen wir jetzt noch nicht.

00:41:09: aber an der Stelle sagen wir... Da ist wirklich erstmal jeder Hinweis für uns kann von Interesse sein und dann prüfen wir eben was bedeutet das für die Ermittlungen und bringt uns das dann weiter.

00:41:22: Und weil die Polizei natürlich immer noch ermittelt, teilen wir den Zeugenaufruf ich hier gerne auch nochmal.

00:41:28: Ihr findet den Link dazu in den Shownote

00:41:32: und wo ihr eure Hinweise loswerden könnt wenn ihr glaubt dass ihr was beitragen könnt.

00:41:37: das ist hier der Fall.

00:41:39: Sie können sich natürlich jederzeit an uns als Polizeirecklinghausen wenden wenn sie Hinweise haben die uns in dem fall Eva Maria Pomer weiterhelfen können ist aber auch jede andere Polizeidienststelle verfügbar und auch da kann man seine Informationen melden.

00:41:59: Das Ganze geht per Telefon, per E-Mail.

00:42:02: Es gibt auch ein Hinweisportal was extra eingerichtet wurde Und da gibt es eben verschiedene Möglichkeiten wie man uns Hinweise geben kann.

00:42:13: Bleibt natürlich noch die Frage warum es eben keinen Treffer in irgendeiner Datenbank gegeben hat.

00:42:19: Eine klare Begründung dafür gibt es nicht, weder von der Polizei in Recklinghausen noch vom Bundeskriminalamt.

00:42:24: Ramona Hörst hat mir gesagt dass Eva Maria Poma im Sommer zwei tausend vier von ihrer Mutter als vermisst gemeldet worden ist allerdings eben schon nachdem sie tot in den Niederlanden gefunden worden ist.

00:42:38: das heißt also selbst wenn die Polizei in den niederlandenen In irgendeiner internationalen Datenbank, nach der DNA dieser unbekannten Toten gesucht hätte, hätte es keinen Treffer geben können.

00:42:51: Ganz einfach weil der vermissten Status da logischerweise eben noch nicht bekannt war.

00:42:57: Es gibt eine Datenbank für vermisste und unbekannte Tote die sogenannte Fermi-U-Tot.

00:43:04: Die gibt's laut BKA seit twohneinzehntzweiundneunzig.

00:43:08: Da hätte Eva Maria Pomer also drin stehen sollen.

00:43:11: Die Amtgleiche mit internationalen Datenbanken gibt es seit Anfang des Jahrtausends.

00:43:16: Auf der Interpol-Seite ist da mal von zwei Tausend, zweieinmal von zwei tausend vier die Rede.

00:43:21: Woran diese unterschiedlichen Informationen liegen kann ich nicht sagen.

00:43:26: Die Möglichkeit ein DNA Profil zu rekonstruieren nach dem Verschwindungsstatus eingetreten ist und das Ganze dann nachträglich in diesen internationalen Datenbanken einzupflegen Diese Möglichkeit gibt es seit.

00:43:42: Also halten wir nochmal fest, diese Methode hat damals noch in den Kinderschuhen gesteckt als Eva Maria Poma in Bottrop verschwunden ist beziehungsweise in den Niederlanden gefunden worden ist.

00:43:53: Es kann also sein dass es damals zwar seit ein paar Monaten die Möglichkeit gab Die aber einfach nicht überall bekannt war.

00:44:01: Ja genau ich mache das vielleicht mal an einem anderen Beispiel deutlich die Eifamilie.

00:44:08: Das ist eine Datenbank, in der sich Angehörige von vermissten Menschen registrieren lassen können.

00:44:14: Ihre DNA wird dann eben regelmäßig mit internationalen Datenbanken abgeglichen, in denen die DNA von unbekannten Toten eingespeichert ist.

00:44:24: Anja Allendorf von der Vermisstenstelle des Bundeskriminalamts hat mir das Prinzip einfach mal erklärt.

00:44:30: Dazu sind ein paar Hintergrund-Infos zur Eifamilie wichtig?

00:44:35: unsere Fermi-U-Tot und die vergleichbaren nationalen DNA-Datenbanken in circa achtzig Ländern dieser Welt.

00:44:45: Und die internationale DNA- Datenbank Ballon, die bieten alle die Möglichkeit entweder authentische DNA von einem vermissten und DNA vom vermissenden Verwandten ersten Grades also leibliche Eltern oder leiblichen Kinder Auf der einen Seite, mit den authentischen DNA-Profilen unbekannter Toder abzugleichen.

00:45:11: Und manchmal lag oder liegt eben kein authentisches DNA-Profil eines Vermissten oder ein DNA-Profil von einem Verwandten ersten Grades vor.

00:45:22: und genau diese Lücke ist erkannt worden weil es gibt ja auch alte vermissten Fälle.

00:45:28: da hat man damals keinen DNA Träger gesichert, die Eltern sind verstorben und der Vermisste hatte vielleicht keine Kinder.

00:45:36: Und da war es natürlich schwierig auf der Ebene des DNA-Abgleichs an Material zu kommen.

00:45:44: Die Eifamilie bei Interpollion hat eben diese Lücke seit drei Jahren, seit dem Jahr zwölfundzwanzig,

00:45:50: geschlossen.".

00:45:51: Das ist in der Theorie natürlich wahnsinnig toll!

00:45:55: auch wirklich schon dafür gesorgt, dass Menschen identifiziert worden sind.

00:45:59: Die zum Beispiel in Land A verschwunden sind und in Land B tot aufgefunden worden sind.

00:46:05: die Zahlen dazu sind allerdings noch relativ überschaubar.

00:46:09: Selina gibt vielleicht einfach mal ein Tipp ab international wie viele Menschen könnten da identifiziert worden sein?

00:46:18: seit?

00:46:25: Ich hätte jetzt spontan gesagt zehn.

00:46:28: Wenn ich ein bisschen optimistischer bin, zwanzig?

00:46:32: Ja damit liegst du gar nicht mal so verkehrt.

00:46:36: Ähm...ich muss sagen, ich wäre deutlich drüber gewesen.

00:46:42: Ich hätte gedacht es sind mit Sicherheit fünfzig bis hundert.

00:46:45: also deine Schätzung ist deutlich besser als meine.

00:46:48: Das Bundeskriminalamt hat mir gesagt, dass im November.

00:46:51: Zwei Tausend vierundzwanzig insgesamt achtzehn Treffer dabei gewesen sind.

00:46:56: Siebzehn Länder waren beteiligt also das ist unterm Strich noch relativ wenig es hat aber in November zwei tausendvier und zwanzig auch siebzig Prüffälle gegeben.

00:47:07: da lag das Ergebnis eben noch nicht vor.

00:47:09: Das zeigt zumindest mal, dass durch die Kampagne identifimi einfach deutlich mehr Datensätze eingestellt worden sind und dadurch natürlich auch deutlich mehr Auffälligkeiten festgestellt worden sind.

00:47:22: Was ist so eine auffälligkeit?

00:47:23: Eine auffählichkeit kannst du dir im Prinzip vorstellen wie ein Beinartreffer, also da stimmt die DNA der gefundenen Person mit der noch lebenden Person fast überein und dann ist eben klar dass da ganz offensichtlichen Verwandtschaftsverhältnis besteht.

00:47:41: Soweit praktisch klar das Problem an der Nummer ist.

00:47:45: dieser Eifamilie ist offenbar einfach Bekannt genug.

00:47:49: Wenn ich zum Beispiel jetzt mit Angehörigen von Vermissten spreche und wenn ich die frage, ob sie in der Allfamilie registriert sind dann habe ich bisher immer und ich meine immer die Antworten nein bekommen.

00:48:03: Teilweise ist es sogar so gewesen dass die zuständigen Ermittlerinnen und Ermittlern bis dato nichts von dieser Datenbank wussten.

00:48:11: Klar ist natürlich auch, je näher man an der deutschen Grenze wohnt, desto sinnvoller ist das.

00:48:17: Natürlich ganz einfach weil da grenzübergreifende Ermittlungen wahrscheinlicher sind als irgendwo.

00:48:24: wenn man jetzt zum Beispiel aus Hessen kommt sage ich einfach mal wobei dann natürlich auch nicht ausgeschlossen ist dass in dieser Datenbank auch Inlandsfälle geklärt werden.

00:48:35: mich überrascht gerade total dass du sagst Das Ermittler und Ermittlerin von dieser Datenbank teilweise noch nichts gehört haben.

00:48:43: Bei Angehörigen, gut das kann man sich ja noch erklären aber dass zuständige Behörden davon kaum Kenntnis haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keine Kenntnissen haben.

00:48:54: Das überrascht mich schon sehr ne?

00:48:57: Da habe ich auch mal nachgefragt also als ich das erste Mal beim BKA gewesen bin zwei tausend dreiundzwanzig ist es gewesen Da hab ich auch erst von dieser i-Familie erfahren.

00:49:12: So, jetzt bin ich vor ein paar Wochen noch mal da gewesen und habe in einer anderen Sache mit dem BKA gesprochen und habe da nochmal nachgehakt.

00:49:21: ganz einfach weil mir das im Laufe der Zeit aufgefallen ist dass jedes Mal wenn Ich mit Angehörigen spreche bekomme ich die Antwort nein fast jedes Mal Wenn ich mit Ermittlerinnen und Ermittlern spreche Bekomme ich Die antwort.

00:49:34: was ist das denn überhaupt?

00:49:36: Und Da ist es ganz offensichtlich so, dass eben die Strukturen innerhalb der Polizei einfach... Also die Information geht offensichtlich unterwegs verloren.

00:49:48: Du musst dir das so vorstellen, des Bundeskriminalamts gibt diese Informationen raus und damit ist dann erstmal das jeweilige Landeskriminalamt für die Verteilung dieser Informationen zuständig.

00:50:01: Polizeidienststellen vor Ort bekommen dann die Informationen von den Landeskriminalämtern.

00:50:07: So ist es jedenfalls häufig so und dieses stille Post spielen, das kannst du dir im Prinzip vorstellen.

00:50:17: also wenn ich ganz vorne stehe Ich gebe Information A auf dem Wegestille Post in die Reihe durch am Ende kommt Ja, der Vergleich hinkt natürlich so ein bisschen klar.

00:50:33: Aber ganz offensichtlich geht die Information irgendwo unterwegs verloren.

00:50:37: das Bundeskriminalamt hat mir gesagt Das schaut man sich jetzt an und diese Informationen soll auf jeden Fall besser gestreut werden Und dass ist schon mal ein gutes wichtiges Zeichen.

00:50:49: Punkt

00:50:50: Umso wichtiger, dass auch wir drüber sprechen.

00:50:54: Soweit also ein paar Infos zur Kampagne Identify Me und zum Fall Eva Maria Poma.

00:51:02: Es gibt natürlich noch deutlich... Mehrfälle in dieser Kampagne.

00:51:06: Selina hat es am Anfang angesprochen, insgesamt sind es siebenundvierzig Fälle gewesen, sechs davon sind mittlerweile geklärt.

00:51:14: das heißt auf der anderen Seite aber eben auch dass einundviertzig davon noch offen sind.

00:51:19: und klar natürlich können wir nicht über alle sprechen aber wir wollen zumindest mal ein paar davon thematisieren.

00:51:27: viel diskutiert ist natürlich momentan der Fall Diana S besser bekannt als das mein Mädchen.

00:51:36: Wir freuen uns auf jeden Fall, wenn ihr auch dann wieder mit dabei seid und wenn ihr Lust habt, dann schreibt uns doch gerne zum Beispiel eure Fragen Anregung oder eure Gedanken zur Folge.

00:51:48: Ihr findet uns auf Instagram.

00:51:50: tatsache true crime podcast heißen wir.

00:51:52: da ihr lieben lasst es euch gut gehen und bis bald

00:51:57: bleibt sicher und gesund.

00:51:58: alles alles Gute.

00:51:59: euch Glück auf.

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